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Hedelius / LWM Werkzeug- und Maschinenbau GmbH Kontinuierliches Arbeiten ohne Maschinenbediener

| Autor/ Redakteur: Hedelius / Andrea Gillhuber

Im Werkzeugbau laufen Maschinen schon einmal über Tage und Wochen ohne Bediener durch. Dieses Szenario stellt gewisse Herausforderungen an das Bearbeitungszentrum.

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Inhaber und Geschäftsführer Alwin Lamping (links) zusammen mit seinem Sohn Michael Lamping (rechts) und Hedelius-Geschäftsführer Dennis Hempelmann vor der neuen Acura 65.
Inhaber und Geschäftsführer Alwin Lamping (links) zusammen mit seinem Sohn Michael Lamping (rechts) und Hedelius-Geschäftsführer Dennis Hempelmann vor der neuen Acura 65.
(Bild: Hedelius)

Es ist bereits die vierte Hedelius-Maschine, die Alwin Lamping, Inhaber und Geschäftsführer der LWM Werkzeug- und Maschinenbau GmbH, in seinem Maschinenpark hat. Der Werkzeugbauer hatte auf der letzten AMB in Stuttgart die Acura 65 live unter Span erlebt und war von der kompakten Hochleistungsmaschine überzeugt.

In den vergangenen Monaten hat sich das neue Bearbeitungszentrum bei LWM schon bezahlt gemacht: Auf der Acura 65 werden viele Einzelteile gefertigt, beispielsweise Mundstücke für Extrusionswerkzeuge und Köpfe für Schmelzrohre. Das Besondere: Einige der Werkstücke werden vor dem Wochenende eingespannt und laufen dann mannlos über das Wochenende durch. Das Bearbeiten von Werkstücken ohne Eingreifen eines Bedieners ist grundsätzlich ein Thema bei LWM. „Einige Werkzeuge haben Laufzeiten von zwei bis drei Wochen, da laufen die Maschinen rund um die Uhr, an Wochenenden und Feiertagen“, erzählt Lamping.

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Werkzeugbau für die Kunststoffindustrie

Aus einem Nebengewerbe nach Feierabend hat Lamping über zwei Jahrzehnte ein erfolgreiches Unternehmen im Werkzeug- und Maschinenbau mit 25 Mitarbeitern aufgebaut. In den Anfängen fertigte der gelernte Schlosser auf gerade einmal 150 m² Werkzeuge für einen Partner aus der Kunststoffindustrie. Heute wird in drei Hallen für nationale und internationale Kunden, unter anderem auch aus der Baubranche und dem Automobilbereich, produziert. Mit den Werkzeugen von LWM lassen sich Bau- und Fassadendichtungen ebenso herstellen wie Profile und Dichtungen von Kraftfahrzeugen.

„Mit unseren Werkzeugen werden beispielsweise Dichtungen für Türen in Hotels, Museen oder Flughäfen hergestellt“, erzählt Lamping. Sein Unternehmen hat sich aber nicht auf einige wenige Branchen fokussiert, sondern arbeitet äußert flexibel. „Wenn einer ein Problem hat, dann lösen wir das. Man muss sich einfach was einfallen lassen“, beschreibt der Unternehmer die Philosophie seines Betriebes. Und er führt weiter aus: „Die Ansprüche unserer Kunden sind sehr unterschiedlich, aber immer hoch.“ Dabei arbeitet LWM oft nur nach Projektionszeichnungen, ohne detaillierte Vorgaben. Neben dem Werkzeugbau werden bei LWM in Vechta auch Sondermaschinen für die Kunststoffbearbeitung, insbesondere zur Herstellung von Elastomeren, gebaut.

Vielfalt und Komplexität als Erfolgsrezept

Die hohe Flexibilität des Mittelständlers spiegelt sich auch in der Fertigung wider. Hier werden fast ausschließlich Einzelteile gefertigt. Das Produktspektrum reicht dabei von Extrusionsköpfen und Leitstücken für Extrusionswerkzeuge bis hin zu kompletten Spritzgusswerkzeugen mit einem Gewicht von bis zu 4 t. Dabei ist die Vielfalt und Komplexität der Produkte auch ein Teil des Erfolgsrezeptes von LWM. „Wo unser Know-how gefragt ist, ist der Wettbewerb geringer“, sagt Lamping. „Man muss Fachwissen haben und sich einen Ruf erarbeiten.“ Dabei stellt er selbst höchste Ansprüche an die Funktionalität und Qualität der gefertigten Produkte. „Wir testen unsere Produkte sehr gründlich, bevor die zum Kunden gehen. Ich muss gewährleisten, dass sie funktionieren.“ Um die hohen Erwartungen der Kunden und die eigenen Ansprüche an Qualität und Funktionalität zu erfüllen, setzt LWM unter anderem vier Bearbeitungszentren von Hedelius ein.

Die Geschäftsbeziehung von LWM und Hedelius begann vor 15 Jahren. „Ich brauchte eine Maschine für die Herstellung von Werkzeugen für Dichtungsringe“, erinnert sich Lamping an den Kauf seiner Hedelius, der BC 125 3500. „Hedelius war der Einzige, der die Maschine so bauen konnte, wie ich sie brauchte.“ Seitdem ist das Bearbeitungszentrum im Dauereinsatz. „Es hat noch nicht ein Weihnachten gegeben, an dem die BC 125 nicht gelaufen ist“, berichtet Lamping. „Die Maschinen arbeiten kontinuierlich, man muss sie einfach in Ruhe arbeiten lassen.“

Lange Durchlaufzeiten ohne Bediener

Über die Jahre ist LWM gewachsen. Und mit dem Unternehmen wuchs auch der Maschinenpark. Von Hedelius sind noch eine C80 2300 und eine Tiltenta 7 2600 hinzugekommen, im vergangenen Jahr folgte die Acura 65. An manchen Bauteilen und Spritzgusswerkzeugen muss mit langen Werkzeugen gearbeitet werden, insbesondere mit langen Bohrern mit kleinen Durchmessern. „Beim Tieflochbohren benötigen wir viel Spüldruck, deshalb haben wir uns für Druckerhöhungspumpen entschieden“, erklärt der Unternehmer, warum er sowohl die T7 2600 als auch die Acura 65 mit einer Druckerhöhungspumpe ausgestattet hat.

Werkzeuge immer verfügbar

Was bei den Hedelius Bearbeitungszentren im Hause LWM auffällt, das sind die Stand-by-Werkzeugmagazine, die hinter der T7 und der Acura stehen. Für Lamping liegt der Vorteil klar auf der Hand: „Wir benötigen sehr viele Werkzeuge. Die Werkzeuge im Magazin sind alle vermessen. Ich kann daher nachts mannlos produzieren, weil sich alle benötigten Werkzeuge im Stand-by-Magazin befinden.“ Sein Sohn Michael Lamping, ebenfalls seit einiger Zeit im Familienunternehmen tätig, pflichtet bei: „Ich würde keine Maschine mehr ohne Stand-by-Magazin nehmen.“

* Weitere Informationen: Hedelius Vertriebsgesellschaft mbH in 49716 Meppen, info@hedelius.de, www.hedelius.de, Tel. (0 59 31) 98 19-0

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