Arbeitsschutz Kühlwasserbehandlung ohne Chemikalien

Autor / Redakteur: Holger Pauler / Claudia Otto

Richtig betriebene Kühlsysteme garantieren, dass empfohlene Richtwerte im Produktionsprozess eingehalten werden. Das verbrauchte Kühlwasser gehört zu den sensibelsten Elementen im Prozess. Bisher wird es mit Chemikalien behandelt, doch künftig kann darauf verzichtet werden, was die Umwelt und den Geldbeutel schont.

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Das DAT-System kommt ohne Biozide oder Härtestabilisatoren aus und ist somit nicht nur aus Umwelt- und Arbeitsschutzgesichtspunkten attraktiv, es hilft auch, Kosten einzusparen.
Das DAT-System kommt ohne Biozide oder Härtestabilisatoren aus und ist somit nicht nur aus Umwelt- und Arbeitsschutzgesichtspunkten attraktiv, es hilft auch, Kosten einzusparen.
(Bild: DAT)

Allein in Deutschland werden jährlich rund 32 Mrd. m³ Kühlwasser pro Jahr verbraucht. „Innerhalb des Kühlsystems können sich Algen, Bakterien, Pilze oder andere Organismen bilden und ablagern“, sagt Frank Weiß, Leiter Betriebstechnik/Gebäudemanagement im Chemieunternehmen BYK Additives & Instruments am Standort Wesel. Das Wachstum dieser Mikroorganismen werde vor allem durch gelöste anorganische Salze und Spurenelemente gefördert und durch Wärme, Sauerstoff und Lichteinwirkung zusätzlich verstärkt.

Kalkablagerungen und Korrosion beschädigen Anlagen dauerhaft

Außerdem beschädigen Kalkablagerungen und Korrosion die Anlagen dauerhaft. Um Schäden und Verschmutzungen an den Anlagen, an Leitungen und in Kühltürmen vorzubeugen, werden dafür in Deutschland pro Jahr mehr als 6000 t Biozide, Korrosionsinhibitoren, Härtestabilisatoren sowie unzählige Tonnen Salz für die Regeneration von Ionenaustauschern eingesetzt. Über Jahrzehnte gehörte es zum Standard, Kühlwasser chemisch zu behandeln, um die während des Kühlprozesses auftretenden Nebenwirkungen einzudämmen.

Physikalisch-biologisches System ist chemikalienfrei

Auch BYK Additives & Instruments hat bis vor gut einem Jahr das Kühlwasser klassisch behandelt. „Wir haben uns vor zwei Jahren dazu entschieden, ein neues Komplettsystem zu installieren und in Betrieb zu nehmen“, so Weiß. Statt wie bisher das Kühlwasser mit Chemikalien zu versetzen, entschloss sich BYK, ein von dem Düsseldorfer Unternehmen DAT Dynamic Aquabion Tower GmbH entwickeltes physikalisch-biologisches System zu testen, das vollständig auf chemische Zusatzstoffe verzichtet.

DAT arbeitet bereits seit mehreren Jahren an umweltfreundlichen Lösungen zur Behandlung von Kühlwasser. 2009 wurde das Unternehmen gegründet und ein Patent angemeldet. Ein Jahr später wurden die ersten DAT-Anlagen bei namhaften Industriekunden unter Begleitung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wasser IWW in Mülheim in Betrieb genommen. Das DAT-System kommt ohne Biozide oder Härtestabilisatoren aus. Deshalb ist es nicht nur aus Umwelt- und Arbeitsschutzgesichtspunkten attraktiv; es hilft auch, Kosten einzusparen.

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