Datensicherheit Kunststoffe sollen Datenübertragung zuverlässig abschirmen

Redakteur: Peter Königsreuther

Elektromagnetische Strahlung (EMV), die bei der Datenübertragung entsteht, wenn Strom durch Kabel fließt, muss zuverlässig abgeschirmt werden, um Störungen zu vermeiden. Forscher helfen dabei.

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Die Digitalisierung nimmt zu, die Datenüberträger sitzen immer dichter beieinander. Effizientere EMV-Abschirmungen sind deshalb gefragt. Hier ein Testaufbau.
Die Digitalisierung nimmt zu, die Datenüberträger sitzen immer dichter beieinander. Effizientere EMV-Abschirmungen sind deshalb gefragt. Hier ein Testaufbau.
(Bild: EMC Test NRW Dortmund)

Die Datenübertragungen finden heute auf immer engerem Raum statt, erklären die Experten des Kunststoff-Institut Lüdenscheid. Die Datenübertragung per Funk im Elektronik-, Haushalts- oder Medizinbereich ist nicht mehr wegzudenken, heißt es weiter. Außerdem seien neue Bauteil- und Materialkonzepte in der Elektromobilität gefordert. Die betreffenden Geräte oder Komponenten müssen dabei direkt nebeneinander funktionieren oder interagieren, sagen die Lüdenscheider. Das muss aber so ablaufen, dass sie sich gegenseitig nicht stören. Dabei stehe das ansprechende oder funktionelle Design eines Produkts bei gleichzeitiger technisch einwandfreier Funktion natürlich im Vordergrund.

Der Produktentwickler kämpft deshalb damit, in Sachen Design und dafür einsetzbare Materialien, neue Wege zu gehen, heißt es weiter. Elektrisch leitfähige Kunststoffe könnten diese Aufgabe erfüllen. Gleichzeitig böten sie in puncto Wirtschaftlichkeit und Designfreiheit im Vergleich zu Werkstoffen diverse Vorteile.

Unterstützung bis zur Anwendungsreife

Das Kunststoff-Institut Lüdenscheid unterstützt deshalb im Rahmen von Verbundprojekten dabei, die bisherigen Methoden weiterzuentwickeln und möglichst anwendungsreif zu machen. Vor diesem Hintergrund wurde Anfang 2019 das erste Verbundprojekt zum Thema: „EMV-Abschirmung durch Kunststoffe“ gestartet, indem derzeit 18 Unternehmen die Glieder der gesamten Wertschöpfungskette abdecken, sagen die Forscher. Das Ziel ist es, zunächst über praktische Versuchsreihen Möglichkeiten zu material- und fertigungstechnischen Alternativen für EMV-gerechte Abschirmungen von Bauteilen darzulegen.

Jetzt mitmachen! Im April gibt es ein Folgeprojekt

Durch Versuchsstudien im Compoundieren und Spritzgießen sowie durch Material- und Bauteiltests, konnten in Kooperation mit einem zertifizierten Prüfinstitut der EMV-Technik erste Erfolge gefeiert werden, betont man. In diesem ersten Verbundprojekt ergaben sich aber auch viele weitere Fragen, sodass es im April diesen Jahres ein Folgeprojekt geben wird, bei dem insbesondere elektrifizierte Gehäuse im Fokus stehen sollen. In diesem Neuprojekt werden die betreffenden Gehäuse hinsichtlich der Fügesituation untersucht, um Einflussfaktoren und Möglichkeiten für die Produktentwicklung abzuleiten, heißt es weiter. Auch hinsichtlich der mechanischen Eigenschaften wird es Untersuchungen geben. Es soll dabei der Einfluss von Materialmodifikationen zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften (Schlagzähigkeit, Bruchdehnung) und auf die Leitfähigkeit sowie die Schirmdämpfung unter die Lupe genommen werden. Interessierte Unternehmen könnten sich im Übrigen zu diesem Projektvorhaben jetzt anmelden.

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