Wittmann Battenfeld Kunststoffverarbeiter setzt auf Insiderlösung

Autor / Redakteur: Gabriele Hopf / Peter Königsreuther

Die Kunststoff verarbeitende Industrie hat sich in all ihren Facetten hat nach dem zweiten Weltkrieg etabliert und aufgebaut. Viele Geschäftsbeziehungen zwischen Systemanbietern und Kunststoffverarbeitern bestehen schon seit Jahrzehnten. Wie dieser Bericht verdeutlicht, kann das für beide Fraktionen von Vorteil sein, wenn es um Investitionsvorhaben und besondere Prozesse geht.

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Ein Teil der Produkte für den Maschinenbau, die vom Kunststoffverarbeiter Ackermann gefertigt werden. Wittmann Battenfeld-Systeme sorgen seit Jahrzehnten dabei für Präzision und Wirtschaftlichkeit.
Ein Teil der Produkte für den Maschinenbau, die vom Kunststoffverarbeiter Ackermann gefertigt werden. Wittmann Battenfeld-Systeme sorgen seit Jahrzehnten dabei für Präzision und Wirtschaftlichkeit.
(Bild: Wittmann Battenfeld)

Die Kunststoff verarbeitende Firma Ackermann, ein erfolgreiches mittelständisches Familienunternehmen, das heute bereits von der dritten Generation gesteuert wird, wurde 1938 von Hugo Ackermann als Werkzeugbaubetrieb in Kierspe gegründet. Für die damals erste von Battenfeld in Meinerzhagen gebaute thermoplastverarbeitende Maschine im Jahr 1949 lieferte Ackermann das passende Werkzeug. Bereits 1954 investierte Ackermann in seine erste Thermoplast-Spritzgießmaschine, die aus der „Schmiede“ von Battenfeld stammte.

Induktives Kernausschmelzverfahren

Der Maschinenpark der Kierspener Spezialisten wurde in den darauffolgenden Jahren ständig erweitert und erneuert. Heute leisten dort 15 Spritzgießmaschinen im Schließkraftbereich von 350 bis 5000 kN ihren Dienst. 14 davon sind Wittmann Battenfeld-Anlagen. Ackermann fertigt mit 23 Mitarbeitern im Zweischichtbetrieb Produkte in kleinen und mittleren Losgrößen. Vorwiegend werden diese Komponenten im allgemeinen Maschinenbau, der Pumpenindustrie und der Elektrotechnik eingesetzt. Einen Namen hat sich das Unternehmen in der Industrie unter anderem mit der Entwicklung des sogenannten Kernausschmelzverfahrens gemacht, das zur Herstellung komplex gestalteter Hohlräume in Kunststoffteilen genutzt wird. Dabei werden Schmelzkerne aus einer bei niedrigen Temperaturen schmelzenden Metalllegierung gegossen und mit Kunststoff umspritzt. Das Ausschmelzen der Kerne kann dabei aufgrund der Besonderheiten der eingesetzten Kunststoffe, im Gegensatz zu der in der Automobilindustrie eingesetzten Schmelzkerntechnik, nicht thermisch, sondern induktiv erfolgen.

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Breitgefächerte Expertise

Zur Herstellung hochwertiger Formteile mit Hohlräumen wie Griffe oder Telefonhörer setzt das Unternehmen seit vielen Jahren das Gasinnendruck-Verfahren Airmould von Wittmann Battenfeld ein. Auch die Mehrkomponententechnologie von Wittmann Battenfeld kommt bei Ackermann zur Anwendung.

Bei den Produkten des Unternehmens handelt es sich um technische Kunststoffartikel nach Kundenspezifikation, wie Gehäuseteile, Kleinteile für Pumpen und Armaturen oder Teile für die Fluidtechnik, die primär aus Polycarbonat, Polyamid, POM und PBT gefertigt werden. Aber auch glas- und carbonfaserverstärkte Materialien werden eingesetzt.

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