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Laser machen Luxusuhren

Laserstrahlen lassen moderne Uhren noch präziser ticken

| Autor/ Redakteur: Klaus Löffler und Ulf Quentin / Peter Königsreuther

Die ersten Uhrmacher nutzten noch Feilen, Zangen und Lupen, um in Handarbeit tragbare Zeitmesser fertigen zu können. Je genauer die einzelnen Komponenten sind, desto präziser läuft die Uhr. Mit dem Laser kommt heute ein Präzisionswerkzeug zum Einsatz, das dabei gleich mehrere Prozesse abdecken kann.

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Bild 1: Via Laser bearbeitete Komponenten sorgen für Ganggenauigkeit im Innern von Armbanduhren und ermöglichen den Einsatz exotischer Werkstoffe für das Äußere.
Bild 1: Via Laser bearbeitete Komponenten sorgen für Ganggenauigkeit im Innern von Armbanduhren und ermöglichen den Einsatz exotischer Werkstoffe für das Äußere.
(Bild: Trumpf)

Eine der ersten industriellen Anwendungen des Lasers war das Schweißen von Uhrenfedern für Armbanduhren. Bereits 1964 stellte die Firma Haas aus Schramberg im Schwarzwald Untersuchungen dazu an. Um die Uhrenfedern zu schweißen, waren nur geringe Leistungen notwendig, da die zu fixierenden Stahlfedern nur Durchmesser von weniger als einem Millimeter aufwiesen – genau das Richtige für einen Laser.

Ob in der Uhr oder außen: Laser sind heute unverzichtbar

Bald darauf begann Haas mit der Entwicklung eigener Strahlquellen, sodass 1971 der erste eigene Festkörperlaser, ein Nd:YAG-Stablaser, bereit stand und sich im Einsatz gut bewährte. Von 1992 an begann Trumpf, sich an der Haas Laser GmbH zu beteiligen, um das eigene Strahlquellen-Portfolio zu erweitern, das damals vor allem aus CO2-Lasern bestand. Aus Haas Laser ist der heutige Trumpf-Standort in Schramberg hervorgegangen, an dem die Entwicklung und Fertigung der Festkörperlaser stattfindet. Mechanische Armbanduhren bestehen aus vielen kleinen Komponenten mit Genauigkeitsanforderungen im Mikrometerbereich. Eine mechanische Bearbeitung dieser Teile ist im besten Fall nur schwierig, im schlimmsten aber schlicht unmöglich.

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Laser als berührungslos arbeitendes Multiwerkzeug

In diesen Einsatzfeldern ist die Lasertechnologie prädestiniert, um in sehr unterschiedlichen Fertigungsprozessen und für alle Baugruppen die richtige Lösung zu bieten:

  • Ultrakurzpulslaser schneiden Saphirglas und chemisch vorgespannte Gläser.
  • Für Zeiger und Appliken kommen Faserlaser im Schmelzschneidverfahren zum Einsatz.
  • Faserlaser schneiden Zahnräder mit extrem hoher Präzision und Schnittkantenqualität.
  • Synthetische Lagerrubine werden auf 2 µm genau geschnitten und gebohrt. Ultrakurzpulslaser fertigen die Hemmungen aus Silizium an.
  • Laser besorgen auch die „klassische“ Arbeit des Federschweißens. Pikosekundenlaser schneiden 0,01 mm starke Sekundenstopp-Federn.
  • Für Gehäuse und Armbänder schweißt, graviert und markiert der Laser alle gängigen Designerwerkstoffe von Edelstahl bis Gold und Keramik.

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