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Kleberverarbeitung

Lichtfixierung revolutioniert die Verarbeitung von Epoxi-2-K-Klebern

| Redakteur: Peter Königsreuther

Mithilfe dieses, von Delo als Hybridchemie bezeichneten Novums verkürzen sich die Fertigung von einst Stunden auf wenige Sekunden. Auch die Logistik vereinfache sich.

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Eine spezielle Lichtfixierung von 2-K-Klebstoffen auf Epoxidharzbasis verkürzt bisherige Fertigungsprozesse von einer Stunde Dauer auf wenige Sekunden, verspricht Delo. Damit habe man die Verarbeitung dieser Systeme revolutioniert.
Eine spezielle Lichtfixierung von 2-K-Klebstoffen auf Epoxidharzbasis verkürzt bisherige Fertigungsprozesse von einer Stunde Dauer auf wenige Sekunden, verspricht Delo. Damit habe man die Verarbeitung dieser Systeme revolutioniert.
(Bild: Delo)

Delo-Duopox-DB8989 sei so schnell wie kein zweikomponentiger Epoxidharz-Klebstoff zuvor. Bereits nach wenigen Sekunden Belichtungszeit sollen Bauteile so stark gegen Verrutschen geschützt sein, dass sich komplette Baugruppen sofort weiterverarbeiten ließen. Die Fixierfestigkeit erreicht laut Delo dabei schon nach rund 5 s Belichtung bei einer Intensität von 1000 mW/cm² einen Wert von 1 N/mm².

Dosieren, Fügen und Lichtfixieren in rund einer Minute

Die sichere Endaushärtung – inklusive Schattenzonen – erfolgt anschließend wie bei normalen 2-K-Produkten bei Raumtemperatur oder beschleunigt bei typischerweise 60 min mit einer Temperatur von 80 °C. Die erste Option dürfte nach Ansicht von Delo aber für die meisten Anwender interessanter sein, weil in diesem Fall Investitions- und Energiekosten für das Warmhärten entfallen, Platz in der Fertigung gespart sowie Takt- und Durchlaufzeiten extrem verkürzt werden. Indem fürs Dosieren, Fügen und Lichtfixieren weniger als eine Minute zu veranschlagen sei, könne der nächste Fertigungsschritt deutlich schneller als bisher nach 15 bis 90 min starten.

Darüber hinaus vereinfacht diese Methode die Logistik für Anwender spürbar: Die Produkte müssen nicht gekühlt transportiert oder gelagert werden. Auch erhöht die 12-monatige Haltbarkeit die Flexibilität in der Fertigung und erlaubt nicht zuletzt auch den Einsatz größerer und damit wirtschaftlicherer Gebinde.

Kfz-typische Alterungssimulationen lassen den Kleber kalt

„Diese Neuentwicklung ist ein wirklicher Durchbruch“, bekräftigt Karl Bitzer, Gesamtleiter Produktmanagement bei Delo, und eränzt: „Sie kombiniert die Vorteile der Lichthärtung mit den Stärken von 2-K-Produkten.“ Künftig bräuchten Anwender nur noch eine Mischanlage und Lampen. Öfen, Energieaufwand sowie Platz in der Fertigung lassen sich einsparen – und ganz viel Zeit, so der Experte.

Delo-Duopox-DB8989 erreicht ein gutes Festigkeitsniveau auch unter Temperatur- und Feuchtigkeitseinfluss, sagt Delo. Das ist auf Aluminium appliziert etwa eine Zugscherfestigkeit von 28 MPa. Diesen Wert, betont Delo, behält das System auch bei den im Automobilbereich geforderten Alterungssimulationen – zum Beispiel nach 500 h Lagerung bei 85 °C und 85 % relativer Luftfeuchtigkeit oder bei 150 °C. Deshalb eignet er sich für strukturelle Klebungen wie sie zum Beispiel von Seltenerd-Magneten in Elektromotoren bekannt sind, wie es heißt. Darüber hinaus komme das Produkt aufgrund seiner niedrigen Ausgasungswerte und des geringen Schrumpfs selbst für optoelektronische Anwendungen (etwa Kameras) in Frage.

2-K-Anwendung jetzt auch für hochvolumige Aufgaben

Zweikomponentige Klebstoffe sind laut Delo dafür bekannt, dass sie eine gute Festigkeit, ein zuverlässiges Aushärten bei Raumtemperatur, eine gute chemische Beständigkeit und eine einfache Logistik mit sich bringen. Für viele hochvolumige Anwendungen galt die lange Zeit bis Anfangsfestigkeit erreicht wurde allerdings als großer Nachteil – bis jetzt. Für die Zukunft plant Delo außerdem die Entwicklung zahlreicher weiterer 2-K-Produkte mit Lichtfixierung, darunter beispielsweise Vergussmassen für den Sensorikbereich.

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