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Flurförderzeuge Lithium-Ionen-Akkus: Unbekannte Gefahr im Stapler?

| Redakteur: Robert Weber

Niemals mit Wasser löschen – was Kindern für heißes Fett eingetrichtert wird, gilt auch für Lithium-Ionen-Akkus. Die Batterien werden immer leistungsstärker. Auch Staplerbauer nutzen die neue Energiequelle. Doch welche Gefahren birgt der Einsatz? Die Versicherungswirtschaft beobachtet die Entwicklung aufmerksam.

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Das Merkblatt der Versicherungswirtschaft kann auf der Website des Verbands kostenlos heruntergeladen werden.
Das Merkblatt der Versicherungswirtschaft kann auf der Website des Verbands kostenlos heruntergeladen werden.
(Bild: Weber)

Was haben Smartphones, E-Bikes, Autos und Gabelstapler gemeinsam? Alle Produkte brauchen Batterien. Mit den schicken Alleskönnern, den Smartphones, startete der Siegeszug der Lithium-Ionen-Akkus und mittlerweile setzen auch Staplerbauer die Technik ein.

Mit der Speicherkapazität der Lithium-Ionen-Akkus steigt auch die Brandgefahr

Doch Lithium-Ionen-Speicher bergen Gefahren. „Die Speicherkapazitäten sind im Vergleich zu konventionellen Batterien größer – ebenso aber auch die Brandgefahr“, heißt es in einem Merkblatt des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), das unserer Redaktion vorliegt. Vor allem die Selbstentzündung durch technische Defekte macht den Versicherern Sorgen. Eine Projektgruppe mit Vertretern der Wirtschaft und Wissenschaft untersucht derzeit das Risiko.

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„Überall dort, wo Energie gespeichert wird, existiert eine potenzielle Gefahrenlage. Das betrifft nicht nur die Lithium-Ionen-Technologie“, erklärt Jan Kaulfuhs-Berger, Sprecher der Jungheinrich AG. Die Hamburger bieten seit 2011 einen Niederhubwagen, ein marktreifes Flurfördererzeug, mit Lithium-Ionen-Akkus an. „Die von Jungheinrich eingesetzten LI-Batterien sind zertifiziert und weisen einen immens hohen technologischen Standard auf. Sie werden durch eine eigens hierfür entwickelte elektronische Steuerung überwacht. Das Fahrzeug unterhält sich gewissermaßen mit der Batterie und umgekehrt“, erklärt der Sprecher. Dieses führe dazu, dass beispielsweie Überhitzungen zuverlässig vermieden würden, sind die Ingenieure überzeugt. Jungheinrich schätzt die Gefahrenlage bei einer sachgemäßen Nutzung der LI-Technik als äußert gering ein. „Ein gesonderter Sicherheitsbereich, wie beispielsweise für die Bleibatterien, ist bei LI-Batterien nicht nötig“, ist sich Kaulfuhs-Berger sicher.

Stapler-Abstellplatz mit nicht brennbarer Blechwand sichern

Etwas anders sieht das der Brandschutzsachverständige Martin Engel. Er entwickelt seit 1993 Brandschutzkonzepte für Logistikzentren und verfügt über viel Erfahrung aus unterschiedlichen Branchen. „Natürlich können neben einer immer möglichen Brandstiftung unter anderem technische Defekte an elektrischen Betriebsmitteln oder an den Transportfahrzeugen, beispielsweise dem Gabelstapler, zu einer Gefährdung führen“, erklärt der Fachmann. Neben den allgemeingültigen Maßnahmen des Brandschutzes, wie einem Rauchverbot, sollte den Lagerfahrzeugen, wie dem Stapler, dabei eine spezielle Beachtung geschenkt werden, weiß Engel.

Er empfiehlt deshalb für den Umgang mit Flurförderzeugen das Vorhalten ausreichender Verkehrsflächen. Weiterhin sollte das Abstellen zum Betriebsschluss sowie das Laden der Batterie der Gabelstapler nur in speziellen Bereichen als zulässig angesehen werden. Dabei ist ein Streifen von mindestens 5 m um den Abstellplatz frei von jeglicher Lagerung zu halten und Wände der Abstellplätze aus brennbaren Materialien (Sandwichelemente B1) sind beispielsweise mittels einer nicht brennbaren Blechwand zu schützen. Ebenso sind auf den Gabelstaplern sowie innerhalb der Abstellplätze ausreichend spezielle Feuerlöscher vorzuhalten.

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