Grüner Wasserstoff Lost geht`s! Hydrogen Lab Leuna hat Betrieb aufgenommen

Redakteur: Peter Königsreuther

Um die Energieversorgung mit Wasserstoff zu erleichtern, bündeln drei Fraunhofer-Institute ihr Know-how. Drei Pilotanlagen und ein Anwenderzentrum sind im Zuge dessen geplant. Leuna macht den Anfang.

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Schnitt! Ab jetzt kommt gründer Wasserstoff für die Energiewende auch aus dem Hydrogen Lab Leuna. Die Pilotanlage für Tests und Skalierungsmaßnahmen samt Elektrolysesysteme ist, wie das Fraunhofer-IMWS betont, voll in einen Chemiepark integriert.
Schnitt! Ab jetzt kommt gründer Wasserstoff für die Energiewende auch aus dem Hydrogen Lab Leuna. Die Pilotanlage für Tests und Skalierungsmaßnahmen samt Elektrolysesysteme ist, wie das Fraunhofer-IMWS betont, voll in einen Chemiepark integriert.
(Bild: Fraunhofer-IMWS / M. Deutsch)

Das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS, das Schwesterinstitut für Windenergiesysteme IWES und das für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU bündeln nun ihre Expertisen, um die Elektrolyse von Wasserstoff aus Wasser mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu forcieren. Mit dem nun eröffneten Pilotanlage Hydrogen Lab Leuna sowie den gerade entstehenden Anlagen in Görlitz, Bremerhaven und Hamburg will man für den gesamten Prozess in Sachen CO2-neutraler Stromerzeugung durch Off- und Onshore-Kraftwerke alles einsetzen, was es brauche. Dazu gehören auch Testanlagen für die Optimierung der Elektrolyse sowie die Produktion der dabei eingesetzten Anlagen bis hin zur Speicherung, dem Transport und der Nutzung von grünem Wasserstoff, heißt es. Aus dem Fraunhofer-Hydrogen-Lab in Leuna soll die Überführung von Wasserstofftechnologien aus dem Labor in den Industriemaßstab erleichtert werden.

Das Hydrogen Lab Leuna hat modular nutzbare Testflächen für Elektrolysesysteme zu bieten, sowie für Power-to-X- und Power-to-Liquid-Projekte bis 5 Megawatt Anschlussleistung, erklären die Beteiligten. Das erste Projekt mit einem Hochtemperatur-Elektrolyseur der 1-Megawatt-Klasse in Kombination mit der Herstellung von grünem Methanol ist nach Aussage der Forschenden kürzlich gestartet worden.

Das machen die drei anderen Einrichtungen in Sachen Wasserstoff:

In der Pilotanlage Nummer zwei, in Görlitz, werden 12,3 Megawatt Anschlussleistung zur Verfügung stehen. Die geplante Inbetriebnahme werde Ende 2022 sein. Dort fokussiert man sich auf die Erzeugung, die Speicherung sowie die Nutzung von Wasserstoff für mobile Systeme und für stationäre Brennstoffzellen – etwa zur Versorgung von Quartieren und Industriestandorten, einschließlich der Zertifizierung.

In Bremerhaven (zunächst 2 Megawatt Anschlussleistung, kann aber auf 10 Megawatt erweitert werden) soll es schon Mitte nächsten Jahres los gehen. Die Besonderheit dort ist die Anbindung an eine Megewatt-Windenergieanlage und an die virtuelle Nachbildung eines Stromversorgungsnetzes, um elektrische Eigenschaften von Elektrolyseuren untersuchen zu können.

Ergänzt werden die drei genannten Labore durch ein Anwendungszentrum in Hamburg. Dort wird man dezentrale, lokale Energiesysteme erforschen, um an ihnen zu modellieren und sie optimal regeln zu können.

An allen vier Standorten werden außerdem jeweils die Besonderheiten der regionalen Industrie aufgegriffen. Das bezieht sich etwa auf Angebote zu spezifischen Prüfverfahren für neu entwickelte Techniken, heißt es abschließend.

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