Textil-Service Märkte in der Krise entwickeln

Redakteur: Bernhard Kuttkat

Weltweite Rezession, Lohnkompromisse in Wäschereien, wachsende Umweltauflagen und steigende Anforderungen an Produkte. Wohin bewegt sich der Markt für Dienstleister im Bereich Textil-Service?

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Weltweite Rezession, Lohnkompromisse in Wäschereien, wachsende Umweltauflagen und steigende Anforderungen an Produkte. Wohin bewegt sich der Markt für Dienstleister im Bereich Textil-Service? Antwort gab die Mitgliederversammlung des europäischen Verbandes der Textil-Serviceunternehmen ETSA in München.

„Textil-Serviceunternehmen betreuen Kunden aus allen Branchen. Zirka 70% von ihnen sind nicht von der Krise betroffen, die restlichen 30% wie Automobilbranche und Anlagenbau dagegen sehr“, berichtet Klaus Jürgen Gerdum, Vorsitzender der ETSA und Geschäftsführer Kunden und Organisation der Mewa Textil-Service AG & Co. Management OHG.

Auch wenn zur Zeit bei Mewa und den meisten anderen Textil-Dienstleistern noch überschaubare Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu spüren sind, so wissen er und seinen Kollegen in der ETSA genau, dass Kurzarbeit und/oder Auftragsrückgänge bei Kunden sich zwar zeitverzögert, aber dennoch auf ihre Branche auswirken. „Wer sich in unserer Branche als Anbieter für Bett- und Tischwäsche für Hotellerie und Gastronomie spezialisiert hat, spürt die Auswirkungen bereits jetzt schon kräftig. Dort liegen die Umsatzrückgänge zwischen 20 und 30 %“.

Mit neuen Konzepten neue Märkte erschließen

Die Zeit drängt also, mit neuen Konzepten neue Wege zu erschließen. Denn auch wenn die europäischen Marktpotenziale für textile Dienstleistungen noch längst nicht ausgeschöpft sind, so ist der Wettbewerb hart. Die Markteilnehmer werben um Unternehmen aus Industrie, Handwerk, Handel und der Gesundheitsbranche mit ihrem Full-Serviceangebot für Betriebstextilien von Berufs- und Schutzkleidung über Putztücher bis hin zu Sterilwäsche für OP-Räume.

Robert Long, Generalsekretär der ETSA, beziffert die wirtschaftliche Relevanz: „Im vergangenen Jahr lag der Gesamtumsatz im Segment Textil-Service in Europa bei 9,5 Mrd. Euro, davon 2,6 Mrd. Euro in Deutschland.“ Zahlen, die beweisen, dass ein moderner Textil-Serviceanbieter rein gar nichts mehr mit einer traditionellen Wäscherei zu hat. Robert Long: „Wir sind Logistiker, die unseren Kunden die Probleme seiner Sekundärprozesse abnehmen.“

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