ASEAN-Wirtschaftsgemeinschaft

Malaysia positioniert sich als Drehkreuz Asiens

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Hoch-Technologie bevorzugt

„Chancen sehen wir auch bei Metallverarbeitung. Es besteht Interesse für Laserschneidmaschinen, Maschinenzentren, Fräs- und Bohrmaschinen und einiges mehr. Eine Vielzahl von malaysischen und malaysisch-ausländischen Unternehmen ist gegenwärtig dabei, Maschinen für die Automobil-, Elektro- und Elektronik- sowie andere Branchen zu produzieren“, bekräftigte Sivasuriyamoorthy. Segmente wie Hoch­technologie, NC- und CNC-Maschinen würden vorrangig behandelt. Der Mida-Direktor ergänzte, Ma­laysia habe sich in Bereichen wie technischen Dienstleistungen, Werkzeug- und Formenbau, Metallgehäuse, Metallstanzen, Wärmebehandlung, Metallfertigung oder Schmiedeindustrie stark profiliert.

Sivasuriyamoorthy hob die Bedeutung Malaysias als strategisches Tor zum Asean-Markt mit einem Gesamtbruttosozialprodukt von mehr als 1,5 Billionen US-Dollar hervor. Das Land biete Zugang zu 2,8 Mrd. Verbrauchern durch 13 Freihandelsabkommen, die Malaysia sowohl bilateral als auch multilateral mit vielen Ländern unterzeichnet hat. Die Gesamtinvestition in den Maschinen- und Anlagenbau lag 2014 bei fast 2,5 Mrd. RM/Malaysischer Ringgit (510,82 Mio. Euro).

Mühlbauer als Vorzeigeunternehmen

Ein Beispiel eines erfolgreichen deutschen Unternehmens liefert Mühlbauer. Seit der Gründung im Jahr 1981 hat sich die Mühlbauer-Gruppe zu einem Technologiepartner für die Bereiche Smart Card, E-Pass­port, RFID Smart Label und flexible Solarzellen entwickelt. Zu den weiteren Geschäftsfeldern gehören das Sortieren von Mikrochips, Carrier-Tape-Anlagen sowie Automatisierungs-, Kennzeichnungs- und Trace­ability-Systeme. Die malaysische Niederlassung mit Sitz in Melaka liefert schlüsselfertige Produktionslösungen und Maschinen für die Bereiche Smart Card, RFID und Halbleiter. Mühlbauer hat 1996 mit dem Verkauf und Service in Malaysia angefangen; das Unternehmen plant, sein ganzes Halbleitergeschäft von Europa nach Asien zu verlegen.

Christian Wachtmeister, Leiter Corporate Development der Mühlbauer AG, kennt Malaysia gut. Er habe die Mühlbauer Technologies in Melaka jahrelang geleitet und sei weiterhin als Direktor der malaysischen Niederlassung tätig, sagte er im MaschinenMarkt-Gespräch. Malaysia biete Vorteile, wie zum Beispiel gut ausgebildete und erfahrene Facharbeiter mit guten Englischkenntnissen, kostengünstige Operationen, Know-how und Erfahrung bei der Produktion.

Malaysia sei außerdem mit der deutschen Unternehmenskultur gut vertraut. „Unsere Niederlassung in Melaka etwa dient bereits als Drehkreuz für die Verteilung unserer Produkte nicht nur in Asien, sondern auch in Europa. Man darf auch nicht vergessen, dass Malaysia eine ganz strategische Lage zwischen den beiden asiatischen Riesen China und Indien hat“, so Wachtmeister. „Das Land bietet Vorteile sowohl für die Massenproduktion als auch für die Herstellung hochwertiger Produkte. Meiner Meinung nach ist es bereits ein Hightech-Hub“, so Wachtmeister. Das Unternehmen erzielte 2014 in Malaysia einen Umsatz von 161,3 Mio. RM (40,1 Mio. Euro).

* Manik Mehta ist freier Journalist aus New York, USA, manik.mehta@optonline.net

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