„Coal-to-Liquide“-Werk MAN liefert Kompressortechnik für Synthesebenzin-Projekt
MAN Diesel & Turbo hat die Zuschläge für ein Großprojekt zum Bau von insgesamt elf Turbomaschinen-Strängen in China bekommen. Der Auftragswert beträgt mehr als 125 Mio. Euro.

Am Standort Yinchuan in der Region Ningxia entstehen unter der Regie von Linde und Hangyang derzeit Luftzerlegungsanlagen für eine der weltweit größten Produktionsstätten zur Kohleverflüssigung, ein sogenanntes „Coal-to-Liquide“-Werk. Damit wird es möglich sein, aus den regional reichlich vorhandenen Kohlevorkommen synthetische Kraftstoffe und andere Kohlenwasserstoffe herzustellen.
Kohlehydrierung benötigt enorme Mengen an Sauerstoff
Der dazu eingesetzte chemische Prozess benötigt große Mengen Sauerstoff. Die bestellten Turbomaschinen kommen in einer Luftzerlegungsanlage zum Einsatz, die täglich etwa 40.000 t Sauerstoff aus der Umgebungsluft generieren wird. Betreiber der Anlage ist das Unternehmen Shenhua Ningxia Coal Industry Group Co., Ltd.
„Dieser Großauftrag bestätigt uns darin, dass wir die heutigen Anforderungen solcher Mega-Anlagen bereits frühzeitig erkannt und entsprechend reagiert haben“, freut sich Dr. René Umlauft, CEO der MAN Diesel & Turbo, „Der in allen elf Maschinensträngen eingesetzte MAX1-Axialkompressor war das anspruchsvollste Verdichter-Entwicklungsprojekt unserer Unternehmensgeschichte, das sich nun einmal mehr bezahlt macht.“
Jeder Maschinenstrang setzt sich aus drei verschiedenen MAN-Produkten zusammen: Einem sechsstufigen MAX1-Axial/Radial-Kompressor des Typs AR115/06M mit radialem Hochdruckteil, einem ebenfalls sechsstufigen Getriebekompressor des Typs RG 56-6 sowie einer Kondensationsdampfturbine DK080/250R, die als Antrieb beider Kompressoren dient.
MAX1-Axialkompressor – ein technologischer Meilenstein
Der MAX1-Axialkompressor gilt als technologischer Meilenstein. Er ist das Ergebnis mehrjähriger intensiver Entwicklungsarbeit, die 2011 abgeschlossen wurde. Gemeinsam mit dem Partner MTU Aero Engines hatte MAN Diesel & Turbo bei dessen Konstruktion erstmalig die Vorzüge von Industrieverdichtern – wie robustes Design und hoher Wirkungsgrad – mit dem Vorteil von Gasturbinenverdichtern und Flugzeugtriebwerken – der besonders hohen Leistungsdichte – vereint.
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