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Staufen/VDMA Maschinenbauer verlagern F+E-Aktivitäten nach Fernost

| Redakteur: Jürgen Schreier

Bisher haben sich die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des deutschen Maschinenbaus überwiegend auf den Heimatmarkt konzentriert. Doch die Unternehmen denken um. Vor allem China rückt in das Blickfeld, so eine gemeinsame Studie der Staufen AG und des VDMA.

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Studienleiter Dr. Andreas Romberg, Staufen AG: „Immer mehr Maschinenbauer erkennen, dass sie mit Produkten ‚designed in Germany‘ künftig auf dem chinesischen Markt nicht weiter wachsen können.“
Studienleiter Dr. Andreas Romberg, Staufen AG: „Immer mehr Maschinenbauer erkennen, dass sie mit Produkten ‚designed in Germany‘ künftig auf dem chinesischen Markt nicht weiter wachsen können.“
(Bild: Staufen)

Bereits 13 % der Firmen den Aufbau neuer Forschungs-, Entwicklungs- und Konstruktionsabteilungen im Reich der Mitte, in Deutschland wollen nur noch 9 % der Betriebe weitere F+E-Kapazitäten errichten. Das sind Ergebnisse einer Studie der Unternehmensberatung Staufen AG gemeinsam mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). 138 Unternehmen der Branche wurden befragt.

In China wachsen mit vor Ort entwickelten Maschinen

China hat sich zwar längst zum wichtigsten ausländischen Absatzmarkt für die deutschen Maschinenbauer entwickelt – die Unternehmen erzielen hier jährlich mehr als 16 Mrd. Euro Umsatz. Doch die immense Bedeutung dieses Marktes spiegelt sich längst nicht in den Entwicklungsaktivitäten vor Ort wider.

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„Noch immer werden Maschinen und Anlagen für China weitgehend in Deutschland konstruiert und entwickelt“, sagt Studienleiter Dr. Andreas Romberg von der Staufen AG. „Doch immer mehr Maschinenbauer erkennen, dass sie mit Produkten ‚designed in Germany‘ künftig auf dem chinesischen Markt nicht weiter wachsen können. Sie planen daher den Aufbau von Entwicklungsabteilungen vor Ort, um Maschinen und Anlagen gezielt für den lokalen Markt zu entwickeln.“

Insgesamt forscht, entwickelt und konstruiert bereits jede dritte der über 6000 deutschen Maschinenbaufirmen auch im Ausland. Weitere 23 % planen derzeit den Aufbau entsprechender Standorte. Zwar sind bisher überwiegend mittlere bis große Maschinenbau-Unternehmen fern der Heimat aktiv, aber auch zahlreiche kleine Firmen arbeiten im Ausland an Innovationen.

VDMA: Wesentliche Kernaktivitäten in Deutschland halten

„Entwicklung und Konstruktion im Ausland ist für den Maschinenbau als größter industrieller Arbeitgeber in der Bundesrepublik zur Notwendigkeit geworden“, weiß Dr. Frank Bünting, Leiter Betriebswirtschaft beim VDMA. „Dennoch empfiehlt es sich für die Unternehmen, wesentliche Kernaktivitäten in Deutschland zu halten und die länderübergreifenden Entwicklungsaktivitäten so effizient und effektiv wie möglich zu gestalten.“

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