Suchen

Forschung Mehr Planbarkeit für KI

| Redakteur: Simone Käfer

Das Verhalten KI-basierter Systeme ist bei der Planung kaum kalkulierbar. CC-King, das „Kompetenzzentrum für KI-Engineering“, will mehr Kalkulierbarkeit über die künftigen Aktionen von KI liefern.

Firmen zum Thema

Was ein System, das auf KI aufbaut, einmal tun wird, ist ungewiss. Das CC-King will Ingenieuren mehr Gewissheit verschaffen.
Was ein System, das auf KI aufbaut, einmal tun wird, ist ungewiss. Das CC-King will Ingenieuren mehr Gewissheit verschaffen.
(Bild: gemeinfrei: Gerd Altmann / Pixabay )

Smart Factory und autonome Fahrzeuge sind die augenscheinlichsten Einsatzfelder von KI (Künstliche Intelligenz) in der Produktion. Während KI in Smartphones, Suchmaschinen oder Navigationsgeräten uns den Alltag erleichtert, fehlt es an Verfahren, die das Verhalten der Systeme für den industriellen Gebrauch planbar und ihre Entscheidungen nachvollziehbar machen. Abhilfe schaffen soll das „Kompetenzzentrum für KI-Engineering“ (CC-King) unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB mit Beteiligung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und des FZI-Forschungszentrums Informatik.

Klassisches Engineering zeichnet sich durch Planbarkeit aus: Entwickler wissen schon in der Entwurfsphase, wie sich die einzelnen Komponenten und damit auch das Gesamtsystem später einmal verhalten werden. Systeme mit Bestandteilen Künstlicher Intelligenz oder maschinellen Lernens (ML) sind nicht so vorhersehbar, da sie sich selbstständig, Aufgrund analysierter Daten, weiterentwickeln und erst im Betrieb ihre finale Funktionalität entfalten. Um in Ausnahmesituationen sicher zu agieren ist dies eine große Herausforderung – und auch der wirtschaftliche Nutzen ist vorab kaum bezifferbar. Ohne die Kalkulierbarkeit des klassischen Engineerings gestaltet sich der Einsatz intelligenter Systeme für Unternehmen deshalb schwierig. Diesem Problem tritt das „Kompetenzzentrum für KI-Engineering“ (CC-King) entgegen. Es vereint die geballte informationstechnische und ingenieurwissenschaftliche Kompetenz des Standorts Karlsruhe, um den KI-Einsatz in der Praxis entscheidend zu erleichtern. Das Fraunhofer-IOSB, das FZI und das KIT forschen in engem Kontakt mit Unternehmen an grundlegenden Fragen, praxistauglichen Methoden und konkreten Anwendungsproblemen.

Die (Un-)Vorhersehbarkeit des Verhaltens lernender Systeme ist ein zentrales Thema des KI-Engineering. Aber auch „die Sicherheit KI-basierter Systeme, die Erklärbarkeit von Entscheidungen oder die Einbindung von Vor- und Expertenwissen in datengetriebene Ansätze im Fokus der Forschenden“, sagt Professor Jürgen Beyerer, wissenschaftlicher Direktor des Kompetenzzentrums, Institutsleiter des Fraunhofer-IOSB und Professor am KIT. Ziel sei, ein Standard-Vorgehensmodell für KI-Engineering zu entwickeln, das KI-Technologien auch für große und heterogene Teams zielsicher einsetzbar macht.

Beratung und Lernlabor für KMU

CC-King soll insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) die beherrschbare Nutzung von KI-Komponenten ermöglichen. „Auch hoch innovativen Mittelständlern mangelt es oft an KI-Kompetenz. Diese Lücke lässt sich schwer schließen, weil KI-Experten rar und zudem mit den typischen Anwendungsdomänen in der Regel nicht vertraut sind“, so Beyerer. Deshalb biete CC-King Unternehmen konkrete Unterstützung an. Firmen können etwa ganz unbürokratisch Quick Checks oder Transfer Checks in Anspruch nehmen. Eine Beratungsstelle sowie ein KI-Engineering-Lernlabor für die Schulung von Unternehmensmitarbeitern sind in Aufbau.

Im August 2020 bewilligte das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg 3 Mio. Euro Fördergelder für CC-King. Interessenten sind schon jetzt aufgerufen, Kontakt mit dem am Fraunhofer-IOSB angesiedelten CC-King-Koordinationsbüro aufzunehmen: kompetenzzentrum@ki-engineering.eu.

Gestalten Sie mit uns die besten Fachmedien der Welt!

Die Arbeitswelt verändert sich fortlaufend und mit ihr auch die fachspezifischen Aufgabenstellungen, denen Sie sich Tag für Tag stellen. Hierbei wollen wir Sie mit unserem Fachmedien-Angebot auch zukünftig zielführend unterstützen und Ihnen Inhalte mit echtem Mehrwert liefern.

Daher würden wir uns sehr freuen, wenn Sie sich 10 Minuten Zeit nehmen, uns ein paar Fragen beantworten und so unsere zukünftige Berichterstattung von Grund auf mitgestalten.

(ID:46900122)