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125 Jahre MM Maschinenmarkt

Messtechnik sorgt für Effizienz und Präzision in der Produktion

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Messtaster statt Steuerungen

Eine Besonderheit ist auch die Entwicklung von Blum-Novotest. Nicht, weil sich das Unternehmen in 50 Jahren vom 1-Mann-Ingenieurbüro zu einem weltweit tätigen Mess- und Prüftechnik-Spezialisten mit über 550 Mitarbeitern entwickelt hat – obwohl auch das durchaus beeindruckend ist. Besonders ist, dass der Schwerpunkt des Unternehmens bei seiner Gründung eigentlich ein ganz anderer war. Als Günther Blum 1968 mit seinem Ingenieurbüro startete, waren Unternehmen wie Stama oder Fanuc seine Kunden. Blum entwickelte beispielsweise halbleiterbasierte Anpasssteuerungen, die in Werkzeugmaschinen von Stama eingesetzt wurden. Diese Steuerungen waren bis Anfang der 1980er-Jahre einer der Hauptumsatzbringer für Blum.

Die Idee, die den weiteren Weg den Unternehmens entscheidend prägen sollte, kam Blum Ende der 1970er-Jahre. Zu einer vollständigen Automatisierung gehört eine in den Prozess integrierte Mess­technik.

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Um diese Idee umzusetzen, gab es zwei Ansätze. Zum einen Messsysteme, die direkt in der Werkzeugmaschine den Prozess überwachten, zum anderen Messmaschinen, die dem Fertigungsprozess nachgelagert waren, aber direkt in der Fertigung standen. Die langjährige Beschäftigung mit Werkzeugmaschinen war die Basis, um in dieses Geschäftsfeld einzusteigen.

1982 brachte Blum seinen ersten Messtaster zur Werkstückmessung und bald darauf auch Tastköpfe zur Werkzeugmessung in Bearbeitungszentren auf den Markt. Solche Taster waren, wie Blum ausführt, zwar bereits erhältlich, die ersten Blum-Werkstücktaster hätten aber schon damals über ein bidirektionales Messwerk und eine verschleißfreie, optoelektronische Signalgenerierung verfügt. Dadurch seien eine extrem hohe Genauigkeit und deutlich höhere Antastgeschwindigkeiten möglich gewesen. Ein Meilenstein für das Unternehmen war die Digilog-Technik. Digilog-Taster werden scannend über die Oberfläche geführt und liefern nicht nur ein digitales Ein-Aus-Signal, sondern einen Strom analoger Messwerte.

Ab der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre leistete das Unternehmen nach eigenen Angaben viel Entwicklungsarbeit in der Lasermesstechnik für Werkzeugmaschinen. Die ersten Versuchsaufbauten ab 1987 arbeiteten mit einer Helium-Neon-Laserröhre, die bezüglich der Strahlqualität ideal war, wegen der zu langen Aufwärmzeit, unbefriedigender Lebensdauer und der Baugröße aber letztlich ausschied. Mit der Verfügbarkeit von Rotlicht-Laserdioden kam der Durchbruch zu praktisch einsetzbaren Systemen und so konnte Blum im Jahr 1991 das erste marktfähige Lasermesssystem zur Werkzeugbruchkontrolle vorstellen. Heute bietet das Unternehmen Hybridsysteme aus Messtastern und Lasersystemen an und konnte die Digilog-Technik von den Messtastern auf die Lasersysteme übertragen.

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