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125 Jahre MM Maschinenmarkt

Messtechnik sorgt für Effizienz und Präzision in der Produktion

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Aus Japan in die Welt

Mit ganz eigenen Problemen hatte der japanische Messtechnik-Hersteller Mitutoyo zu kämpfen, als er vor rund 50 Jahren in Europa Fuß fassen wollte. Zu diesem Zeitpunkt gab es das Unternehmen schon seit einigen Jahrzehnten. 1934 startete Yehan Numata in Tokios Kamata-Distrikt mit einer kleinen Entwicklungs- und Forschungseinrichtung. In einem kleinen Büro arbeitete er an seinem ersten Bügelmessschrauben-Prototyp. Zu diesem Zweck richtete er einen Kalibrier- und Messraum mit konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit ein. Die erste Produktions-Charge betrug 100 Stück, doch Numatas Qualitätskontrolle war, so Mitutoyo, so strikt, dass es nur 17 tatsächlich in den Verkauf schafften.

Als die Qualität der Bügelmessschrauben gesteigert werden konnte und andere Handmessgeräte hinzukamen, begann das Unternehmen sich über Japan hinaus auszudehnen. 1963 eröffnete Mitutoyo seine erste überseeische Niederlassung in Nordamerika.

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Als das Unternehmen in Europa startete, traten unerwartete Probleme auf: Damals seien japanische Produkte noch sehr exotisch gewesen und die unkonventionelle Art, sie auf Messen dem Publikum nahezubringen, rief die hiesigen Wettbewerber auf den Plan. Einige hätten den Messeveranstaltern mit einem Boykott gedroht, wenn Mitutoyo weiterhin ausstellen dürfte. Dies habe die Kunden aber erst recht neugierig auf die Produkte des Unternehmens gemacht.

Heute wird Mitutoyo in Europa von 14 Vertriebsgesellschaften sowie von Generalagenturen, die die angrenzenden Märkte abdecken, repräsentiert. Unter der Leitung der Mitutoyo Europe GmbH steht dem Kunden ein komplettes Netz aus Produktion, Vertrieb und Service zur Seite – mit über 85 Büros in 33 Ländern.

Der Rückblick auf die Entwicklung der Fertigungsmesstechnik und einige ihrer Protagonisten startete im Jahr 1861 – nur wenige Jahre später, im Jahr 1878, begann die wechselvolle Geschichte von Feinmess Suhl (FMS). Zunächst fertigten Firmengründer Keilpart und seine Mitarbeiter hauptsächlich Lehren. Ab 1890 kamen kleinere Messuhren hinzu. An der Schwelle zum 20. Jahrhundert meldete das kleine Unternehmen schließlich erste Patente an

Der Unternehmensitz in Suhl hatte aber Einfluss auf die Entwicklung des Unternehmens: So drohte nach dem Zweiten Weltkrieg im April 1946 die Demontage. Sie kam nicht, stattdessen wurde aus FMS im Jahr 1952 ein Volkseigener Betrieb und der entwickelte sich zu einem Spitzenbetrieb der DDR-Wirtschaft.

Die nächste Zäsur war die Wiedervereinigung – es drohte die Insolvenz, trotz zahlreicher neuer Produkte. In allerletzter Sekunde übernahm die August Steinmeyer GmbH & Co. KG aus Albstadt das Unternehmen. Der Neustart begann mit gerade einmal 40 Mitarbeitern. Ein erfolgreicher Neustart: dies zeigen nicht nur die inzwischen 110 Mitarbeiter, sondern auch die beiden Innovationspreise des Landes Thüringen aus den Jahren 2011 und 2016. MM

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