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125 Jahre MM Maschinenmarkt

Messtechnik sorgt für Effizienz und Präzision in der Produktion

| Autor / Redakteur: Udo Schnell / Udo Schnell

Blick in die industrielle Messtechnik bei Carl Zeiss im Jahr 1977.
Blick in die industrielle Messtechnik bei Carl Zeiss im Jahr 1977. (Bild: Zeiss IMT)

Mess- und Fertigungstechnik sind eng miteinander verknüpft. Hochgenaues Fertigen braucht präzise Messtechnik – und immer exaktere Messmethoden ermöglichen wiederum hochpräzise Fertigungsverfahren. Diese Symbiose beflügelt beide Techniken.

Die Entwicklung der Messtechnik ist eng verbunden mit der rasanten Entwicklung der Industrie im 19. Jahrhundert. Aufgrund der Industrialisierung stiegen die Anforderungen an die Messtechnik – zum einen mussten die gefertigten Produkte genauer sein, zum anderen erforderte das auch exakt gefertigte Maschinen und Maschinenkomponenten. Einer der ersten Unternehmer, der diesen Bedarf decken wollte, war Carl Mahr. 1861 gründete er in Esslingen am Neckar das Familienunternehmen „Mahr“.

Für den raschen Unternehmenserfolg von Mahr waren, so das Unternehmen heute, zwei Faktoren von besonderer Bedeutung: zum einen die Einführung eines einheitlichen metrischen Maßes nach der Reichsgründung 1871 (bis dahin habe man je nach Region das Württemberger Zoll, das Rheinische Zoll, das Wiener Zoll oder den in Frankreich schon gebräuchlichen Millimeter verwendet). Sowie zum anderen der rasche Ausbau des Eisenbahnnetzes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Gleichzeitig führte die fortschreitende Industrialisierung Anfang des 20. Jahrhunderts zu immer höheren Genauigkeitsanforderungen, die Mahr mit innovativen Lösungen erfüllte habe. Die ersten Mahr-Messgeräte fanden zunächst vor allem im Gleisbau Verwendung. So war Mahr direkt an diesem Aufbruch in eine neue Zeit beteiligt.

Parallel zum sich steigernden Tempo der industriellen Fertigung nahmen die Anforderungen an Präzision, Genauigkeit und Exaktheit zu. Reichte zur Zeit der Unternehmensgründung noch der Millimeter als Maß aller Dinge aus, wurde schon 30 Jahre später das Messen von Zehntel- und Hundertstelmillimetern erforderlich. Ab 1908 fertigte Mahr in Esslingen die ersten mechanischen Längenmessgeräte, die eine Messgenauigkeit von 1/1000 mm erreichten und ab 1938 das erste induktive Längenmessgerät mit einem Messbereich von ± 50 μm.

Vom Milli- zum Nanometer

Wie der Fortschritt beispielsweise in der Längenmessung aussieht, zeigt ein Blick auf die erste mechanische Längenmessmaschine von Carl Mahr aus dem Jahr 1908, die man heute im Technischen Museum München bewundern kann. Wegen ihrer Form sprachen die Messtechniker liebevoll vom „Schaukelpferd“. Bei Ablesung am Nonius erreichten sie eine Genauigkeit von 1/1000 mm, so Mahr.

Heute, 111 Jahre später, übernimmt die bei Mahr in Göttingen produzierte „Precimar CiM 1000 CNC“ die Messungen an kegeligen und zylindrischen Gewinden, die immer häufiger in der Flugzeugindustrie, der Automobilindustrie und in energietechnischen Windkraftanlagen eingesetzt wird. Die CiM 1000 ist motorisiert, sie misst – ausgestattet mit hochpräzisen und auf Luftlagern positionierten Messelementen – mit einer automatischen Messkraft-Nachführung während der Umkehrpunktsuche bei allen Messverfahren. Sie ist softwaregesteuert und liefert exakte Messergebnisse bis zur fünften Stelle nach dem Komma – Mess­techniker sprechen von einem Hundertstelmikrometer oder zehn Nanometern.

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