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Wie lässt sich Automatisierung mit den üblicherweise niedrigen Stückzahlen im Werkzeug- und Formenbau vereinbaren?
Genau darin sehen wir die Herausforderung für die Automation im Werkzeug- und Formenbau, wo die mittlere Losgröße bei 1,7 liegt. Wenn wir den Arbeitsvorrat in die Maschine einspeisen, die Programme hinterlegen und die Anlage dann die Aufträge nach Priorität bearbeitet, ist im Extremfall eine 7-Tage/24-Stunden-Auslastung möglich – und das bei Losgröße 1.
Wie weit sind solche Konzepte bereits in der Branche umgesetzt?
Der Werkzeug- und Formenbau hat bei der Automation noch enormen Nachholbedarf. Der Automatisierungsgrad liegt nach unserer Einschätzung erst bei etwa 15 bis 20 %. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss dieser zwingend erhöht werden. Die Diskussion zu mehr Automation ist im Werkzeug- und Formenbau knapp zehn Jahre alt. In den vergangenen zwei bis drei Jahren sind wir über das Stadium des Evaluierens hinausgekommen und jetzt werden diese Systeme installiert. Wir verzeichnen dort deutliches Wachstum, wenn auch noch viel stärker bei Insellösungen als bei der kompletten Linearautomation. Mit unserem internen Spezialisten für Spanntechnik und Automationsprojekte, System 3R, können wir die Automation aus einer Hand anbieten.
Unterscheidet sich der Automatisierungsgrad zwischen Fräs- und Erodieranwendungen?
Die von uns ausgelieferten Hochgeschwindigkeits-Fräsmaschinen sind zu etwa 80 % mit einem Werkstückwechselsystem ausgestattet, gleiches gilt für Maschinen zur Senkerosion. Auch für die Kombination von Fräsen und Senkerodieren bieten wir mit dem sogenannten „FORM Werk” eine automatisierte Komplettlösung. Relativ neu ist der Trend zum Automatisieren bei der Schneiderosion.
Bislang haben wir über die etablierten Verfahren gesprochen. Welches Potenzial sehen Sie in der additiven Fertigung und was kann man von GF Machining Solutions erwarten?
Grundsätzlich bleibt bei uns kein Trend im Werkzeug und Formenbau unerkannt. Die additive Fertigung hat eine Zukunft und wird stärker Einzug halten. Sie hat auch ihre Limits hinsichtlich der möglichen Präzision. Insgesamt ist diese Technologie sehr interessant für uns. Mehr kann ich an dieser Stelle aber noch nicht verraten.
Wie ist dann ihre Einschätzung zu Hybridmaschinen?
Ich sehe die Integration mehrerer Bearbeitungsprozesse in einer Maschine eher skeptisch. Es wird immer ein Teil der Maschine nicht genutzt, solange die Prozesse nicht parallel ablaufen. Ich favorisiere daher eine Technologie in einer Maschine. Im Sinne einer Optimierung der Gesamtanlage sollte dann eine Verkettung über Palettenwechselsysteme oder Teilehandling erfolgen.
Die Moulding Expo kann bereits zur Premiere mit beachtlichen Ausstellerzahlen aufwarten. Welche Bedeutung hat die Messe für GF Machining Solutions?
Aufgrund unseres starken Footprints im Werkzeug und Formenbau ist die Messe natürlich interessant. Wir haben gute Erfahrungen mit der Messe Stuttgart und der AMB und daher fiel die Entscheidung zur Teilnahme auch sehr schnell. Unser Schwerpunkt auf der Moulding Expo wird das Thema Automatisierung sein, mit dem Ziel Durchlaufzeiten zu reduzieren und die Produktivität zu erhöhen.
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