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Mit Biegeautomatisierung das Wachstum bewältigen

| Autor: Stéphane Itasse

Jedes Jahr eine neue Biegezelle – das Wachstum von Rika Blechkomponenten machte es nötig.
Jedes Jahr eine neue Biegezelle – das Wachstum von Rika Blechkomponenten machte es nötig. (Bild: Itasse)

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Mit pünktlichen und günstigen Lieferungen in guter Qualität ist der Lohnfertiger Rika Blechkomponenten stark gewachsen. Damit die Arbeit bewältigt werden kann und die Liefertreue erhalten bleibt, setzt das Unternehmen auf automatisierte Blechbearbeitung.

  • Automatisierte Biegezellen helfen Rika Blechkomponenten dabei, das starke Wachstum zu bewältigen.
  • Wenn die Voraussetzungen stimmen, können die Biegezellen deutlich produktiver als Menschen sein.
  • Die Mitarbeiter beim Lohnfertiger freuen sich mittlerweile über die Entlastung durch die Automatisierung.

„Wir sind günstiger als Osteuropa“, sagt Christian Schrattenecker, Geschäftsführung Vertrieb der Rika Blechkomponenten aus dem oberösterreichischen Micheldorf. Das Wachstum unterstreicht seine Aussage: Kam das 1950 gegründete Unternehmen im Jahr 2003 – nach Abspaltung der Schwestergesellschaft Rika Ofenbau – auf einen Umsatz von 3,8 Mio. Euro, standen 2018 bereits 27,8 Mio. Euro in den Büchern. „Die gewünschte Ware muss in der gewünschten Menge und Qualität zum richtigen Termin beim Kunden sein“, verrät Schrattenecker das Erfolgsgeheimnis.

Mittlerweile sind es 1400 Produktionsaufträge pro Woche, die zu mindestens 99 % pünktlich ankommen. Seine Kunden hat der Lohnfertiger in zahlreichen Branchen. „Wir verarbeiten alle Werkstoffe und Materialstärken, von 0,5 mm Aluminium bis 20 mm Nirosta“, sagt Schrattenecker. 12.000 t Material bearbeiten die 170 Mitarbeiter jedes Jahr, Tendenz steigend. Die Produktion erfolgt dabei größtenteils just in time, nur 1 % der Ware hat Rika auf Lager.

Automatisierung hilft gegen Fachkräftemangel

Günstige Preise und eine steigende Produktion sind für Schrattenecker nur mit Automatisierung zu bewältigen. „Der Arbeitsmarkt in der Region ist leergefegt, Fachkräfte finden wir hier nicht“, sagt er. Dabei hilft ihm die Automatisierung gleich in mehrfacher Hinsicht. Einerseits kann er Facharbeiter sparen und die Maschinen von Hilfskräften bedienen lassen Andererseits können die Maschinen bis in eine dritte Schicht hinein mannlos produzieren. „Bei der niedrigen Arbeitslosigkeit suchen sich die Mitarbeiter lieber einen 2-Schicht- statt einen 3-Schicht-Job“, sagt Schrattenecker. Außerdem sprechen Prozesssicherheit und Produktionsmenge für die Automatisierung. Nach seinen Worten hat eine Biegezelle in der Regel den doppelten Output im Vergleich zu einem Mitarbeiter – je mehr Biegungen ein Teil hat, desto effizienter ist die Zelle. „Ein Biegeroboter vergisst keine Biegung und ist von der Genauigkeit her besser, ein Schweißroboter vergisst keine Schweißnaht“, fügt der Geschäftsführer hinzu.

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In der Biegeabteilung stehen bei Rika neben 14 händischen Abkantpressen noch fünf automatisierte Biegezellen. „Wenn wir ein wiederkehrendes Teil haben, die Losgröße 50 bis 70 übersteigt und es mindestens zwei Kantungen hat, wird nach Möglichkeit automatisiert“, erläutert Schrattenecker. Angefangen hatte Rika Blechkomponenten 2008 mit dem Bendmaster von Trumpf für Großteile bis 60 kg Gewicht. In den vergangenen drei Jahren kam dann eine Biegezelle pro Jahr hinzu – alle zur Kapazitätserweiterung. Sie arbeiten mit Platinen bis zu einer Größe von 500 mm × 380 mm, die Roboter in den Biegezellen können bis zu 3 kg Gewicht tragen. Zur Bedienung der fünf automatisierten Maschinen genügen zwei Mitarbeiter pro Schicht.

Programmierung fast aller Maschinen offline

Programmiert werden 12 von 14 händischen Abkantpressen und sämtliche Biegezellen offline, nur zwei Maschinen in den Hallen von Rika sind zu alt. „Die Programmiersoftware ist relativ einfach aufgebaut“, ergänzt Christoph Ebner, Leiter des Trumpf-Verkaufsbüros Oberösterreich. „Aus den 3D-Daten erstellt die Software den Biegeablauf weitgehend selbst. Der Programmierer braucht vor allem räumliches Verständnis, um marginale Anpassungen vorzunehmen“, sagt Schrattenecker. Auch der Einsteller an der Maschine muss im automatisierten Bereich nur Winkel und kleinere Maßabweichungen korrigieren. „Bei der Offlineprogrammierung ist die Indexverwaltung sicher und die Programmierfehler vom 3D-Modell gehen gegen null“, beschreibt er die Vorteile.

Bewusst bleibt Schrattenecker dem Ditzinger Werkzeugmaschinenbauer treu, nur eine Schwenkbiegemaschine eines anderen Herstellers findet sich in den Hallen von Rika, weil Trumpf zum Zeitpunkt der Anschaffung eine solche Anlage nicht im Angebot hatte. „Wir sind mit den anderen nicht unzufrieden, aber es ist leichter, eine Farbe zu beherrschen“, sagt er. Dass der Service nur 40 km entfernt ist, sieht er als weiteren Vorteil.

Auch die Beschäftigten haben mittlerweile die Automatisierung akzeptiert. „Die erste Biegezelle war eine Hürde, bis sie gelaufen ist. Seitdem waren die Mitarbeiter über jede Maschine froh, die dazugekommen ist und ihnen Arbeit abnimmt“, berichtet der Geschäftsführer.

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