Umweltschonende Materialien Mit High-Heels der neuen Art, über den Laufsteg der Nachhaltigkeit

Redakteur: Peter Königsreuther

Gemeinsam mit Calçados Beira Rio, dem führenden brasilianischen Schuhhersteller, hat Covestro zwei Konzeptschuhe entwickelt, die nachhaltigeren Materialkonzepte mit ansprechendem Design kombinieren.

Firmen zum Thema

Covestro hat mit dem brasilianischen Schuhhersteller Calçados Beira Rio diesen eleganten Konzeptschuh entwickelt. Damit läuft es sich materialtechnisch wesentlich nachhaltiger.
Covestro hat mit dem brasilianischen Schuhhersteller Calçados Beira Rio diesen eleganten Konzeptschuh entwickelt. Damit läuft es sich materialtechnisch wesentlich nachhaltiger.
(Bild: Calcados Beira Rio / Covestro)

In beiden Schuhen wurden Covestro-Produkte verarbeitet, die auf alternativen Rohstoffen wie CO₂, Biomasse und Kunststoffabfällen basieren, betont Covestro. Diese Materialien können als eine wertvolle Ressource angesehen werden, denn sie liefern Kohlenstoff, der lieber im Rahmen der Kreislaufwirtschaft genutzt werden sollte, statt als Abgas in die Atmosphäre zu entfleuchen.

Bequeme Bewegung mit Biomasse und CO2

Ein Beispiel ist das Schaft- und Innenfutter der beiden Schuhversionen. Die Grundlage bildet ein weicher Schaum, der für eine gute Passform sorgt und ein bequemes Auftreten ermöglicht, erklären die Materialexperten. Hier kommt ein Vorprodukt zum Einsatz, das bis zu 20 % CO₂ enthält und von Covestro unter dem Namen cardyon angeboten wird. Das darin enthaltene CO₂ ersetzt einen Teil der bisher verwendeten fossilen Rohstoffe. Dennoch beeinträchtige es die guten Eigenschaften eines konventionellen Schaums in keinster Weise, betont Covestro.

In der Außensohle beider Damenschuhe finden sich gleich zwei Arten von thermoplastischem Polyurethan (TPU). Einer basiert auf cardyon, während im anderen der Kohlenstoffgehalt zu 60 % aus einstiger Biomasse stammt, wie Covestro erklärt. Der CO₂-Fußabdruck beider TPU sei folglich geringer als der von herkömmlichen TPU auf Basis fossiler Rohstoffe.

Im Rahmen seines strategischen Programms zur Förderung der Kreislaufwirtschaft setzt Covestro auch auf die Rückgewinnung von Kunststoffabfällen, heißt es weiter. Man entwickelt deshalb jetzt gemeinsam mit Partnern neue Wertschöpfungszyklen. So werden etwa gebrauchte Produkte aus Polycarbonat (PC)zerkleinert und gereinigt, wenn nötig, mit neuem Kunststoff gemischt, und als rezykliertes Makrolon (das ist der Handelsname von Covestro-PC) wieder eingesetzt. Im Damenschuh verleiht es der Innensohle und dem Absatz langlebige Festigkeit.

Nicht nur mit High-Heels kann man jetzt nachhaltigere Wege im doppelten Sinn gehen, beweist Covestro. Auch dieser Konzeptschuh erlaubt das.
Nicht nur mit High-Heels kann man jetzt nachhaltigere Wege im doppelten Sinn gehen, beweist Covestro. Auch dieser Konzeptschuh erlaubt das.
(Bild: Calcados Beira Rio / Covestro)

Mit wasserbasierten Rohstoffen Lösungsmittelgefahren bannen

Auch Schuhhersteller, wie eben Beira Rio, wollen im Interesse ihrer Kunden nachhaltigere Produkte anbieten können. Aber auch die hygienischen Bedingungen in der Produktion sollen sich damit verbessern. Deshalb setzen die Hersteller verstärkt auf wasserbasierte Rohstoffe, die deutlich weniger flüchtige organische Komponenten (VOCs) emittieren als die früher eingesetzten lösemittelhaltigen Substanzen.

Im Innenfutter, Obermaterial und Absatz des Damenpumps kommt deshalb die sogenannte INSQIN-Technologie zum Einsatz. Das gilt auch für das synthetische Obermaterial des Freizeitschuhs. Denn das Ganze basiert auf wässrigen Polyurethan-Rohstoffen und wurde für eine nachhaltigere Textilbeschichtung entwickelt, erklärt Covestro. Im Obermaterial und der Außensohle beider Schuhe sorgen außerdem wässrige Klebstoffe mit der Polyurethan-Dispersion Dispercoll U für die nötige Festigkeit.

Covestro pusht solche Rohstoffe stark in Richtung Anwendung, um zum einen selbst von fossilen Ressourcen weniger abhängig zu werden und zum anderen die Nachhaltigkeit der Wertschöpfungskette steigern.

(ID:47189129)