Besser machen! Mit Komplettbearbeitung präzise und nachhaltiger zerspanen

Von Dag Heidecker 6 min Lesedauer

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Im Rahmen der EMO Hannover 2023 werden, wie es heißt, neuartige Prozesskombinationen vorgestellt, die auf den Messefokus „The Future of Sustainability in Production“ abzielen.

Komplettbearbeitung macht Nachhaltig! Einer von drei zukunftsweisenden Schwerpunkten der kommenden EMO Hannover heißt „The Future of Sustainability in Production“. Das klappt zum Beispiel mit kombinierten Verfahren im Rahmen der Zerspanung, wie dieser Bericht zeigen soll.(Bild:  Horn / Sauermann)
Komplettbearbeitung macht Nachhaltig! Einer von drei zukunftsweisenden Schwerpunkten der kommenden EMO Hannover heißt „The Future of Sustainability in Production“. Das klappt zum Beispiel mit kombinierten Verfahren im Rahmen der Zerspanung, wie dieser Bericht zeigen soll.
(Bild: Horn / Sauermann)

Sowohl Hersteller in Sachen Präzisionswerkzeuge als auch von Schleifmaschinen und Bearbeitungszentren kennen sich bei der Optimierung von Prozessen in der Regel bestens aus. Es geht darum, kundenspezifisch den möglichst produktivsten und damit wirtschaftlichsten – und immer mehr auch den nachhaltigsten – Prozess zu finden. Fachleute aus Industrie und Wissenschaft zeigen deshalb im Rahmen der EMO Hannover 2023 auf, mit welchen Fertigungsmöglichkeiten die Anwender aus der Welt der Zerspanung selbst komplexe Bauteile komplett und somit auch nachhaltiger herstellen können. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf das, was in gut einem Monat erlebt werden kann.

So gelingt die Komplettbearbeitung in hoher Präzision

„Mit über 25.000 Standardwerkzeugen und über 150.000 kundenspezifischen Sonderwerkzeugen hat sich der Zerspanungswerkzeugspezialist Paul Horn aus Tübingen breit aufgestellt. Also EMO-Aussteller zeigt er deshalb zahlreiche Neuheiten, was auch für Anwendungen und Prozesse gilt, wie der Geschäftsführer Markus Horn vorab informiert. Das Thema Komplettbearbeitung ließe sich mit diesem Know-how ideal abdecken, wie folgende Praxisbeispiele zeigen:

Drehen und Fräsen auf nur einem Langdrehautomaten

Zur Fertigung eines Sticks mit dem man Zecken sicher aus der Haut entfernen kann, wurde auf einen Langdrehautomaten zurückgegriffen, wobei unterschiedliche Horn-Werkzeuge zum Einsatz kamen. Der erste Bearbeitungsschritt ist das Drehen des Außendurchmessers auf Sollmaß. Danach folgt das Fräsen der Kontur für die Klinge. Dabei fertigt das Fräswerkzeug im Vollschnitt die obere Kontur sowie die untere Anspiegelung der Klinge. Zum Packen der Zecke wird mit einem 3-Millimeter-Vollradiusfräser eine Absetzung an der Klinge gefräst. Anschließend erfolgt das Fräsen der Klinge an sich. Zum Verschrauben mit einer Hülse wird im nächsten Bearbeitungsschritt ein Außengewinde der Größe M7 × 0,5 gefertigt. Nach der Gewindefertigung erfolgt das Kopieren der restlichen Kontur. Anschließend fräst eine Zirkularfräsplatte zwei gegenüberliegende Flächen an den Außendurchmesser des Zeckensticks. Diese Flächen dienen zum einen als Griffe und zum anderen als Beschriftungsmöglichkeiten. Der finale Arbeitsschritt ist der Abstich des Bauteils. Alle Fertigungsschritte erfolgen dabei auf nur einer Maschine.

Mit Minimalmengenschmierung und Standardwerkzeugen

Das zweite Beispiel beschreibt die Komplettbearbeitung einer Düse. Diese besteht aus rostfreiem Stahl des Typs 1.4301, wie Horn sagt. Das Bauteil benötigt dabei mehrere Zerspanungsoperationen, was auch mit unterschiedlichen Horn-Werkzeugsystemen erreicht werden kann. Als Kühl-Schmier-Strategie wurde hier auf die sogenannte Minimalmengenschmierung (MMS) zurückgegriffen. Beim Längsdrehen des Werkstücks geschieht die Schmierung über Kühlmittelbohrungen am Werkzeughalter, was auch für die Herstellung des Außengewindes gilt. Das Innenausdrehen des Düsenrohlings wird dann mit einem Werkzeug aus dem Horn-Programm vorgenommen, das über eine Kühlmittelbohrung verfügt, die direkt in der Platte liegt. Deshalb erfolgt die Kühlschmierung gezielt an der Schneide respektive direkt in die Zerspanungszone. „Bei den eingesetzten Werkzeugen handelt es sich ausschließlich um Standardwerkzeuge, die nachhaltig über MMS geschmiert werden, betont der Horn-Geschäftsführer. Alle Werkzeuge seien außerdem grundsätzlich auch auf MMS ausgelegt und benötigten deshalb keine weitere Anpassung.

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