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Der Unterschied zwischen erfolgreichen und nicht erfolgreichen Unternehmen liegt nach Aussage von Schumacher auch nicht in den eingesetzten Maschinen. Er hat die Erfahrung gemacht, dass häufig die Strategie, wie produziert wird und nach welchen Kennzahlen gearbeitet wird, entscheidend ist.
Doch welche Strategie ein Unternehmen auch wählt, Kostenführerschaft oder Flexibilität, „die Strategie eines Unternehmens muss allen Beteiligten im Unternehmen bekannt sein. Erst dann ziehen alle am gleichen Strang“, sagt Schumacher.
Das MES als Zahlenlieferant
Die Voraussetzung für die Erfassung der relevanten Daten zur Ermittlung der Kennzahlen ist der Einsatz eines Manufacturing- Execution-Systems (MES). „Ohne MES würden viele Zahlen im Unternehmen fehlen“, ist sich Schumacher sicher. Dazu komme, dass der Zeitaufwand hoch sei. Hildebrand erinnert in diesem Zusammenhang nur an die Situation eines Maschinenausfalls: „Da hat der Anwender anderes zu tun, als die Daten aufzunehmen und manuell in ein System einzutragen.“
Ein weiterer Vorteil spricht laut Schumacher für die automatische Datenerfassung: „Ein MES erfasst Daten in der Fertigung in Echtzeit und ist damit die Basis für schnelle Regelkreise. Nur durch schnelle Regelkreise kann optimal auf Ereignisse, wie Kundenauftragsänderungen, Maschinenstörungen oder ähnliches reagiert werden. Damit das Unternehmen jedoch einen Vorteil daraus ziehen könne, müssten die Mitarbeiter geschult werden, welche Stellhebel sie zur Prozessverbesserung haben.“
Mitarebieter muss anhand der Zahlen Verbesserungspotenziale erkennen
Auch Hajek erachtet es als unabdingbar, die Mitarbeiter einzubinden: „Dies ist oft sehr schwer.“ Doch er hat eine Lösung gefunden: „Sie müssen dem Mitarbeiter die Kennzahlen so liefern, dass er sieht, wie er sich verbessern kann, was er ändern kann.“ Auch die Einführung eines Eskalationsmanagements habe dazu geführt, die Kosten zu senken. Sei zum Beispiel kein Material mehr vorhanden, erfolge sofort eine Meldung an die Bedienkonsole und gleichzeitig würden die Mitarbeiter per E-Mail benachrichtigt. „Die Meldung wird sofort an die verantwortliche Stelle weitergeleitet“, erklärt Hajek und fährt fort: „Wir konnten innerhalb von zwei Jahren nach Einführung des MES den Nutzungsgrad um 15% steigern und die Stillstände um 50% reduzieren.“
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