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Als Chargenträger sind für die Anlage Drahtkörbe, Lochblechkisten und Zellträger – sogenannte Blister – in den Abmessungen bis 530 mm × 365 mm × 250 mm geeignet. Mit den Blistern werden bei Wika die besten Reinigungsergebnisse erzielt und fast alle aus den Drehmaschinen kommenden Teile daher damit gereinigt. Die Blister verhindern, dass die Teile während der einzelnen Reinigungsprozesse aneinander stoßen – der Alkohol kann deshalb an alle Stellen kommen (Bild 7). Vier verschiedene Blister in unterschiedlichen Farben werden eingesetzt. Die unterschiedliche Farbgebung erleichtert die Handhabung, weil jede Farbe für einen Drehteildurchmesser steht. Wesentlich für die Weiterentwicklung der R-Anlagenbaureihe war die drastische Verkürzung der Kammerflut- und -entleerzeiten.
Alle Prozesse der Teilereinigung laufen bei niedriger Temperatur ab
Der modifizierte Alkohol wird in einem geschlossenen Kreislaufsystem geführt. Die Medienbehälter der Anlage R1 stehen dabei permanent unter Vakuum. Beides stellt sicher, dass keine Emissionen entstehen und alle Prozesse der Anlage bei niedriger Temperatur ablaufen, was sowohl die Teile als auch das Lösemittel schont. Das betrifft auch die Destillation des mit Öl oder Fett beladenen Lösemittels, die kontinuierlich für gleichbleibend saubere Bäder sorgt. Die Trocknung der Filter minimiert die Lösemittelemission weiter. Diese integrierte Restdestillation sorgt dafür, dass kaum Lösemittel im Destillationsrückstand verbleibt. Der Destillationssumpf wird mithilfe von Vakuumtechnik automatisch in ein Altölfass gesaugt. Eine Füllstandsonde schützt vor Überfüllung.
Weil Wika in den ersten Monaten nach der Anlageninstallation dennoch damit rechnete, dass mit dem Öl auch eine, wenn auch geringe Lösemittelmenge ausgetragen wird, ist direkt neben dem Altölfass ein „Safetainer“ – ein Sicherheitsgebinde – mit frischem Lösemittel aufgestellt, um permanent für das Nachfüllen bereit zu sein. Das ist jedoch nicht erforderlich. Pro Jahr müssen lediglich etwa 40 l modifizierter Alkohol nachgefüllt werden, hat der Hersteller von Druck-, Temperatur- und Füllstand-Messtechnik inzwischen ausgerechnet.
* Markus Gruber ist Anwendungsberater bei der Pero AG in Königsbrunn. Dipl.-Ing. Alexander Weidner ist Fertigungsleiter bei der Wika Alexander Wiegand SE & Co. KG in Klingenberg. Norbert Schmidt ist freier Fachjournalist in Großaitingen
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