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Für die Dynamik des gesamten Prozesses sind also vor allem die erreichbaren Beschleunigungen und Geschwindigkeiten maßgeblich, mit denen der Zustelldruck und die radiale Zustellung abhängig von Spindeldrehzahl und Hubgeschwindigkeit verändert werden können [2]. Auch die Darstellbarkeit kurzwelliger Formkonturen wird über die dynamischen Fähigkeiten des Zustellsystems bestimmt (Bild 2).
Außer der Hardware stellt eine intelligente Bearbeitungsstrategie auch immer höchste Anforderungen an die Steuerung und Regelung eines solchen Systems. Dazu wurde eine Schnittstelle geschaffen, über die Konturdaten in eine individuelle Zustellstrategie übertragen werden können. Dabei wird die Mantelfläche der Bohrung abgewickelt und in eine Höhenkarte übertragen, die die Variation des Zustelldrucks der einzelnen Honleisten in Abhängigkeit von ihrer Position in der Bohrung darstellt.
Positionshonen vereint Feinbohren und Vorhonen
Ein weiteres Verfahren ist das patentierte Positionshonen; es fasst das Feinbohren und das Vorhonen von Zylinderbohrungen zusammen. Die Endbearbeitung der Zylinderbohrungen wird mit diesem Verfahren nicht beeinflusst, es berührt lediglich vorgeschaltete Prozessschritte, so dass damit alle bekannten Endbearbeitungsverfahren für Zylinderbohrungen kombiniert werden können. Die jeweils spezifischen Parameter der einzelnen Prozessschritte Feinbohren und Vorhonen, wie die hohe Materialabtragsrate, die Herstellung von Lagetoleranzen des Feinbohrens und die feinen Oberflächen- und Formtoleranzen beim Vorhonen, müssen nun innerhalb üblicher Taktzeiten von < 30 s mit einem Prozessschritt zuverlässig und unter gleichbleibender Qualität erreicht werden.
Außer diesen Anforderungen, die ein steifes Spindel- und Werkzeugkonzept nötig machen, fordert vor allem der Abtrag von bis zu 0,8 mm im Durchmesser eine radikale Neukonzeption der kompletten Honeinheit. Um Zerspanraten in diesem Bereich innerhalb der Taktzeiten moderner Fertigungsstraßen zu ermöglichen, die in etwa dem 10- bis 15-Fachen des üblichen Abtrags beim konventionellen Vorhonen entsprechen, werden höchste Schnittgeschwindigkeiten und damit auch Hubgeschwindigkeiten benötigt. So ist aus Versuchen bekannt, dass sich die Abtragsraten nahezu linear durch die Schnittgeschwindigkeiten beeinflussen lassen.
Durch verstärkte Spindelantriebe und außerordentlich hohe Hubgeschwindigkeiten werden beim Positionshonen Zerspanleistungen erreicht, die in der Vergangenheit für ein Feinstbearbeitungsverfahren als nicht erreichbar galten. Außer der Zerspanrate liegen die Herausforderungen im Erreichen sämtlicher Qualitätsparameter der eliminierten Prozessschritte und einem wirtschaftlichen Werkzeugeinsatz.
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