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Erstmals werden auch Linearmotoren eingesetzt
Zusätzlich zu Kugelgewindetrieben der höchsten Beanspruchungsklassifizierung werden erstmalig im Groß-Honmaschinenbau auch Linearmotoren eingesetzt. Durch die neuartige Antriebstechnik werden Bearbeitungsgeschwindigkeiten erreicht, die eine Verdopplung der Produktivität und des Zeitspanvolumens beim Honen ermöglichen. So sind mit gleicher Auslegung der Schneidmittel (metallisch gebundene Diamantschneidkristalle) Zerspanraten möglich, die früher nicht einmal im Ansatz als realisierbar galten.
Bild 6 zeigt den in Versuchen ermittelten Zusammenhang zwischen Schnittgeschwindigkeit und Abtragsrate für eine definierte Honleistenspezifikation. Innerhalb des Versuchs wurden in gleichem Maße Hubgeschwindigkeit der Honeinheit und Umfangsgeschwindigkeit des Werkzeugs erhöht, so dass sich immer derselbe Überschneidungswinkel innerhalb der Bohrung abbildet. Deutlich sichtbar wird der lineare Zusammenhang zwischen Schnittgeschwindigkeit und Abtragsrate.
Durch die spezielle Kinematik beim Honen, wobei überlagerte translatorische und rotatorische Bewegungen des Werkzeugs in der Bohrung den charakteristischen Honwinkel erzeugen, ist letztendlich die erreichbare Hubgeschwindigkeit bestimmend für die Schnittgeschwindigkeit. Die Umfangsgeschwindigkeit des Werkzeugs kann nur in engen Grenzen gewählt werden, weil der Honwinkel meist definiert ist. Dadurch ermöglicht allein die im Vergleich zu konventionellen Honmaschinen nahezu dreifache Hubgeschwindigkeit um den Faktor 2,5 gesteigerte Abtragsraten.
Erhöhte Bearbeitungsgeschwindigkeiten bieten bei gleichbleibender Qualität der Honung gewaltige Potenziale zur Kosteneinsparung. So kann entweder die Anzahl der eingesetzten Honspindeln in Abhängigkeit vom Werkstück verringert oder die Ausbringung der gesamten Anlage bei gleicher Spindelanzahl beträchtlich gesteigert werden.
Literatur
- [1] Wiens, A., G. Flores, U. Klink und Abeln: Mikroform- und Makroformbearbeitung von Zylinderbohrungen mittels Freiformhonen. In: Jahrbuch Schleifen, Honen, Läppen und Polieren.63. Ausgabe. Essen: Vulkan Verlag 2007.
- [2] Flores, G., U. Klink und T. Abeln: Honen von Funktionsformen in Zylinderkurbelgehäusen. VDI-Fachtagung Kurbeltrieb 11.06.2008.
Dr.-Ing. Tobias Abeln ist Leiter des Geschäftsbereichs Maschine und Forschung & Entwicklung der Gehring GmbH & Co. KG in Ostfildern; Dipl.-Ing. (FH) Gerhard Flores ist Leiter der Prozessentwicklung und Patente und Dipl.-Ing. (FH) Ulrich Klink ist Leiter der Verfahrensentwicklung bei Gehring.
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