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Lenze

Modularisierung macht Maschinenbauer schneller

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Mehr Optionen im Feldbus

Lenze hat etwa für Ethercat die Funktion „Optionale Teilnehmer“ integriert. Bei klassischen Feldbussystemen müssen Entwickler vorher wissen, welche Teilnehmer an Bord sind und auf welchem Platz sie sitzen. Fehlt ein Teilnehmer, gibt es eine Störung, wenn nicht vorher entsprechend neu konfiguriert wurde. Das macht die Modularisierung in diesem Bereich so aufwendig. Mit dem Prinzip der optionalen Teilnehmer können Maschinenbauer die größte Grundkonfiguration annehmen und daraus durch Aus- oder Abwahl eine kundenindividuell abgespeckte Variante definieren. Auch die Virtualisierung der Maschine wird dadurch möglich.

Selbst wenn in einem Bus alle Mitfahrer an ihrem Platz sitzen, dann bliebe noch die Frage zu klären, was der Fahrers tut, der sowohl die Richtung, als auch die Abfahrtszeiten vorgibt. Modularität im Sinne von Industrie 4.0 heißt, dass es Stellen geben muss, die den Takt samt des einzig gültigen Zeitstempels vorgeben. Diese für eine synchrone Produktion unerlässliche Funktion hat bei Lenze zur sogenannten Sync Bridge geführt. Die auf Ethercat basierende, technische Einheit synchronisiert unterschiedliche Teilnehmer, die für sich zwar ebenfalls in Echtzeit arbeiten, in deren Verbund aber eine Masteruhr fehlt. Die Sync Bridge wird damit zur Instanz, die für alle auf die Uhr schaut.

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Modular aufbaubare Anlagenkonzepte

Spätestens jetzt wird klar, dass es bei der modernen Form der Modularisierung in Zukunft nicht mehr darum geht, sich auf einzelne und vergleichsweise eng umrissene Maschinenfunktionen zu konzentrieren. Vielmehr bestehen die Aufgaben von morgen darin, auch diese ebenfalls standardisiert miteinander zu verknüpfen. Das Ergebnis sind dann wirklich durchgängig modular aufbaubare Maschinen- und Anlagenkonzepte. Dieses Ziel lässt sich nur dann erreichen, wenn auf der horizontalen Automatisierungsebene herstellerübergreifende Kommunikationsstandards wie Ethercat oder Canopen zum Einsatz kommen. Zudem sind auch in vertikaler Richtung Standards wie PLC open sowie Pack ML gefragt, mit denen dann komplette Anlagenteile miteinander sprechen können. Die Modularisierung im Maschinenbau kann also erst dann ihre gesamten Vorteile zeigen, wenn sich in einer Produktion alle an das Protokoll halten und die gleiche Sprache sprechen. Für das Unternehmen aus Ostwestfalen sind es genau diese Punkte, die den Erfolg ausmachen. Der Spezialist für Kaschieranlagen versteht es nämlich gut, den eigenen Maschinenbau mit zugekauften Modulen anderer Hersteller schnell zu modularen und in sich offenen Produktionen zu verknüpfen.

* Kay Willerich ist Head of Profit Center Controls bei Lenze in 31855 Aerzen

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