Mitarbeiter Nachhaltigkeit als Leitindikator für Personalarbeit

Autor / Redakteur: Bernhard Kuttkat / Claudia Otto

Unternehmen stehen in einer Wechselbeziehung zur Umwelt, zur Gesellschaft, zu Anteilseignern, zu Kunden und – natürlich – zu Mit-arbeitern. Um dabei langfristig erfolgreich zu sein, ist nachhaltig-keitsorientiertes Personalmanagement gefragt, unter Beachtung von ökonomischen Zielen und den Belangen aller Betroffenen.

Anbieter zum Thema

Nachhaltigkeitsorientiertes Personalmanagement sensibilisiert Mitarbeiter in alltäglichen Arbeiten sowie bei der Gestaltung von Produktionsprozessen und Produkten.
Nachhaltigkeitsorientiertes Personalmanagement sensibilisiert Mitarbeiter in alltäglichen Arbeiten sowie bei der Gestaltung von Produktionsprozessen und Produkten.
(Bild: Festo)

Personalarbeit ist der zentrale Schlüssel für Nachhaltigkeit und umfasst alle personalwirtschaftlichen Aktivitäten von Personalbeschaffung über Entwicklung sowie Entlohnung bis zur Freisetzung. Alles kann und muss unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten gestaltet werden, wodurch sich letztlich auch Nachhaltigkeit im Unternehmen verankern lässt“, so die Überzeugung von Prof. Dr. Christian Scholz, Inhaber des Lehrstuhls für Organisation, Personal- und Informationsmanagement der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Ausschlaggebend für eine zukunftsorientierte Personalarbeit ist nach seiner Auffassung eine professionelle und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Personalabteilung.

Nachhaltigkeit als betriebswirtschaftliches Konzept

Viele Unternehmen verkennen die Relevanz von Nachhaltigkeit als betriebswirtschaftliches Konzept, so Scholz: „Danach stehen Unternehmen in einer symbiotischen Wechselbeziehung zur Umwelt, zur Gesellschaft, zu Anteilseignern, zu Kunden und – natürlich – zu Mitarbeitern. Damit sie in diesem Kontext langfristig überleben können, brauchen sie eine internalisierte Nachhaltigkeit, zu verstehen als Gleichgewicht zwischen dem Ökonomischen, Ökologischen und Sozialen. Dies führt zur Notwendigkeit einer gleichzeitigen Berücksichtigung von ökonomischen Zielen und den Belangen von Mitarbeitern, der Umwelt, Anteilseignern und der Gesellschaft.“

Die aktuellen Entwicklungen wie der demografische Wandel, der langsame, aber stetige Klimawandel sowie die aktuelle Wirtschaftskrise und ihre für viele Menschen deutlich spürbaren Folgen zeigen, dass die Zeit zum Umdenken gekommen ist. Aus diesem Grund werden der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen und ein zukunftsorientiertes, vorausschauendes Handeln ein bedeutender Wettbewerbsfaktor für die Unternehmen in den nächsten Jahren sein. Dies gilt ganz besonders für die Human Resources und den verantwortlichen Umgang mit ihnen, also ganz besonders für eine nachhaltige Personalarbeit.

Papierloser Workflow ist ein klares Signal

„Um ein solches Denken jedoch auch erfolgreich und glaubwürdig umsetzen zu können, ist es notwendig“, hebt Scholz hervor, „alle Mitarbeiter des Unternehmens entsprechend zu schulen und in die Nachhaltigkeitsmaßnahmen im Unternehmen einzubinden.“ Dafür besitze die Personalabteilung das größte Potenzial, weil sie in und durch ihre tägliche Arbeit, angefangen von der Stellenausschreibung über die Personalentwicklung bis hin zum Austritt des Mitarbeiters aus dem Unternehmen, die Mitarbeiter entsprechend prägen kann. „Aus diesem Grund muss die Personalabteilung zum zentralen Motor für das Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen werden“, fordert Scholz.

(ID:39417070)