Zerspanung Neue Fertigungslinie verdoppelt Kapazität und reduziert Nebenzeiten

Autor / Redakteur: Marcus Kurringer und Manfred Lerch / Rüdiger Kroh

Die Nebenzeiten um 20 % senken und die Kapazität verdoppeln: Das waren die Vorgaben für eine neue Fertigungslinie bei einem Spritzgießmaschinen-Hersteller. Installiert wurden drei Vier-Achs-Bearbeitungszentren mit 531 Werkzeugplätzen und einem Fertigungssystem mit 156 Paletten.

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Bild 1: Die neue Fertigungslinie, bestehend aus drei Bearbeitungszentren mit je 531 Werkzeugplätzen und einem Fertigungssystem mit 156 Paletten.
Bild 1: Die neue Fertigungslinie, bestehend aus drei Bearbeitungszentren mit je 531 Werkzeugplätzen und einem Fertigungssystem mit 156 Paletten.
(Bild: Heller)

Der österreichische Spritzgießmaschinen-Hersteller Engel plant eine Fertigung der Superlative mit Vierschichtbetrieb und möglichst vielen mannlosen Stunden. Nach dem Einstieg in den Zweischichtbetrieb zu Beginn des Jahres 2014 hat Engel mittlerweile auf drei Schichten erweitert. Erfüllen sollen die Vorgaben drei Bearbeitungszentren von Heller mit 531 Werkzeugplätzen und einem Fertigungssystem von Fastems mit 156 Paletten.

Derzeit sind 50 % der Paletten belegt und nur 50 % der Werkzeuge pro Maschine im Einsatz; denn das Nadelöhr sind trotz Höchstleistungen im CAM-Bereich in dieser Hochfahrphase noch die NC-Programme, obwohl sich drei Mitarbeiter ausschließlich mit der Erstellung von Neuprogrammen für diese Anlage beschäftigen.

Die Bauteile verlagern und zugleich die Rüstzeiten optimieren

Neben der Bauteilverlagerung von Stand-Alone-Maschinen beabsichtigte Engel aber auch gleichzeitig eine Rüstoptimierung und wollte zudem neue Vorrichtungen/Spannkonzepte einsetzen. Konkret geht es dabei um den Einsatz von Spanntürmen mit der Aufnahme von vier Bauteilen, sodass man über die 156 Palettenplätze also nicht nur 156, sondern bis zu 500 Werkstücke ohne umzurüsten fertigen kann.

In der Summe war das natürlich eine Herausforderung für die Konstruktion von Vorrichtungen. Parallel dazu mussten aber auch die Werkzeugkonzepte überarbeitet werden. So wurde am Standort Schwertberg unter anderem die Schrumpftechnologie eingeführt, denn nur mit schlanken Werkzeugen beziehungsweise Aufnahmen lassen sich Störkonturen reduzieren. Dem Ziel, die Kapazitäten zu verdoppeln, scheint man bei Engel inzwischen schon ein großes Stück nähergekommen zu sein.

Dreischichtige Instandhaltung kann schnell Störungen beseitigen

Dazu Gerhard Aigner, Produktionsleiter bei Engel: „Unsere Zielsetzung war, die Herstellkosten der Kernbauteile für unsere Spritzgießmaschinen durch kürzere Bearbeitungszeiten, vor allem der Nebenzeiten, um 17 bis 20 % zu senken. Hier sind wir nicht nur auf einem guten Weg, sondern wir planen für die Anlage bis zu 500 unterschiedliche Bauteile. Denn wir bewegen uns schon jetzt bei einer Verfügbarkeit von 94 %. Zudem verfügen wir über eine kompetente dreischichtige Instandhaltung. Und so sind wir in der Lage, 90 % der Wartungen selbst durchzuführen oder eventuelle Störungen zu beseitigen.“

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