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Neue Strahlsysteme erhöhen Leistung der Putzerei

| Autor/ Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Im Zuge der Kapazitätserweiterung hat die MMG Marsberger Metallguss Gebr. Cordt ihre Putzerei komplett umgebaut. Das Unternehmen investierte dafür in eine neue Drahtgurt-Durchlaufstrahlanlage, die Modernisierung des bestehenden Strahlsystems, zwei Filteranlagen und eine Handstrahlkabine.

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Die Drahtgurt-Durchlaufstrahlanlage RDGE 1250-4-F hat Rösler mit zahlreichen Komponenten, zum Beispiel einem Magnetseparator, an die Anforderungen der Gießerei angepasst.
Die Drahtgurt-Durchlaufstrahlanlage RDGE 1250-4-F hat Rösler mit zahlreichen Komponenten, zum Beispiel einem Magnetseparator, an die Anforderungen der Gießerei angepasst.
(Bild: Rösler Oberflächentechnik)
  • Um die Putzerei technisch auf den aktuellen Stand zu bringen, investierte die Gießerei in eine neue und in die Modernisierung der bestehenden Strahlanlage.
  • Die Strahlanlage wurde speziell an die Anforderungen der Gießereiindustrie angepasst.
  • Eine automatische Werkstückerkennung senkt Verschleiß und Energieverbrauch der Strahlanlage.

Seit der Übernahme der Marsberger Metallgießerei Erger 1996 durch die Brüder Olaf und Oliver Cordt wurde diese ständig erweitert und ausgebaut. Heute beinhaltet der Anlagenpark neben einer Vielzahl von Öfen für die Verarbeitung von Aluminiumlegierungen im Sandguss die Herstellung von Teilen im Kokillenguss sowie Bearbeitungszentren und Drehmaschinen für die mechanische Bearbeitung.

Um auch die Putzerei auf den neuesten Stand zu bringen, entschied man sich 2018, in eine neue Strahlanlage sowie in die Modernisierung der bestehenden Strahlanlage zu investieren, wie Rösler Oberflächentechnik als Lieferant mitteilt.

Darüber hinaus wurden zwei neue Filtersysteme und eine Handstrahlanlage für manuelle Reinigungs- und Entgrataufgaben beschafft. Für Rösler entschied sich die Gießerei wegen der Qualität und Ausführung der Produkte und Dienstleistungen sowie des kompletten Angebotsspektrums. Andererseits waren die guten Erfahrungen einer befreundeten Gießerei mit den Anlagen des Herstellers aus Untermerzbach ausschlaggebend.

Strahlanlage muss auch ergonomisch sein

Die für das Auspackstrahlen eingesetzte neue Anlage musste nicht nur Strahlqualität, Durchsatz und Verfügbarkeit bieten, sondern auch ergonomisch zu handhaben sein. Abgestimmt darauf konzipierte Rösler die Drahtgurt-Durchlaufstrahlanlage RDGE 1250-4-F, die mit einem geteilten Becherwerk an die Hallenhöhe von 5 m angepasst und in einer für die Gießereiindustrie ausgelegten Ausführung gebaut wurde. Sie beinhaltet beispielsweise einen optimierten Verschleißschutz durch die serienmäßig aus Manganstahl gefertigte Strahlkammer, die zusätzlich mit austauschbaren Gussplatten aus widerstandsfähigem Material ausgekleidet ist. Das hochverschleißfeste Drahtgliederband für den Teiletransport ist kundenspezifisch auf eine Belastung von 250 kg pro laufendem Meter ausgelegt.

In der Strahlkammer sorgen vier rund um das Gehäuse platzierte Turbinen des Typs Gamma 400 G mit jeweils 15 kW dafür, dass auch komplexe Werkstücke umfassend bearbeitet werden. Die von Rösler entwickelten Turbinen mit Wurfschaufeln im Y-Design erzielen im Vergleich mit herkömmlichen Turbinen eine bis zu 20 % höhere Strahlleistung bei geringerem Energieverbrauch, wie der Anlagenhersteller mitteilt. Außerdem können die Wurfschaufeln gedreht und von beiden Seiten genutzt werden. Der Wechsel kann mittels Schnellwechselsystem einfach und bei eingebauter Turbine erfolgen. Daraus resultiert eine mindestens doppelte Standzeit. Diese Turbinen kamen auch bei der Modernisierung des bestehenden Strahlsystems zum Einsatz.

Werkstückerkennung reduziert Verschleiß

Die neue Anlage verfügt darüber hinaus über eine Werkstückerkennung. Dadurch wird nur gestrahlt, wenn sich Teile in der Anlage befinden, andernfalls fährt sie automatisch in einen Standby-Modus. Dies trägt ebenfalls dazu bei, Verschleiß und Energieverbrauch zu verringern. Die Strahlmittelmenge von maximal 200 kg/min und Turbine wird ebenso wie die Transportgeschwindigkeit entsprechend dem in der Anlagensteuerung gespeicherten und vom Bediener ausgewählten teilespezifischen Strahlprogramm automatisch an die Werkstücke angepasst. Durch eine Höhenerkennung stellt sich die Abblasstation im Anlagenauslauf auf das Teil ein. Die Strahlmittelaufbereitung verfügt über einen Magnetseparator. Die Filtersysteme der Luftaufbereitung sind aufgrund der Aluminiumgussteile explosionsgeschützt ausgeführt und wurden – um Produktionsfläche zu sparen – im Außenbereich der Halle platziert.

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