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Deburring Expo

Neuheiten vereinfachen das Entgraten

| Autor: Stéphane Itasse

Entgraten geht auch per Roboter. Wie, das zeigt die Heinz Berger Maschinenfabrik auf der Deburring Expo 2017.
Entgraten geht auch per Roboter. Wie, das zeigt die Heinz Berger Maschinenfabrik auf der Deburring Expo 2017. (Bild: Heinz Berger Maschinenfabrik)

Die Entgratbranche ist in Bewegung. Das zeigen laut Messeveranstalter Fairxperts nicht nur die Ausstellerzahlen der zweiten Ausgabe der Deburring Expo, die mit rund 150 ein Plus von 40 % aufweisen, sondern vor allem die vielen Neuheiten zum Entgraten, Verrunden und bei der Herstellung von Präzisionsoberflächen.

Automatisierung und Industrie 4.0 machen auch vor dem Entgraten nicht halt. Das ist auf der Deburring Expo vom 10. bis 12. Oktober 2017 in Karlsruhe unter anderem an Roboterentgratsystemen beispielsweise für die Bearbeitung von Druckgussteilen, erkennbar, die die Heinz Berger Maschinenfabrik vorstellt. Hier entgraten Roboter mit rotierend angetriebenen Werkzeugen wie Fräs- und Schleifstiften, Schleiffächerscheiben oder Bürsten die Werkstücke. Speziell entwickelte Fräswerkzeuge ermöglichen es laut Hersteller, gleichmäßige und schmale Entgratkanten an Aluminiumgussteilen produktionssicher zu realisieren.

Automatisches Entgraten verspricht gleichmäßige Ergebnisse

Bei den Entgratwerkzeugen für solche Druckgussteilen stellt Gravostar ein nach eigenen Angaben einzigartiges Produkt namens Engraflexx vor. Es ermöglicht das automatische Entgraten von Kanten auf CNC-Maschinen. Eine Besonderheit beim Entgratwerkzeug ist eine flexibel auslenkbare Spindel, wodurch Maß- beziehungsweise Positionsabweichungen der Werkstückkanten automatisch durch das Werkzeug ausgeglichen werden. Somit kommt jedes Werkstück automatisch mit gleichmäßig entgrateten Kanten aus der Maschine, das anschließende manuelle Entgraten kann eingespart werden.

Eine besondere Herausforderung ist es immer, Bohrungen von innen zu entgraten. Für diese Aufgabe stellen einige Hersteller ihre Entgratwerkzeuge vor. Kempf bietet mit dem Back-Burr Cutter von Xebec ein einfaches Entgratwerkzeug an. Es wird mit einem eigens für die Anwendung generierten NC-Datensatz ausgeliefert. Das erlaubt nicht nur gute Ergebnisse beim Entgraten, sondern auch eine Reduzierung der Bearbeitungszeit, Steigerung der Standzeit und ein großes Einsatzspektrum, da sogar Bohrungen ab Durchmesser 1,0 mm und Bohrverhältnisse von 1:1 bearbeitet werden können.

Entgratwerkzeuge für Bohrungen meistern auch schwierige Aufgaben

Entgratwerkzeuge für die automatische Bearbeitung von sich kreuzenden Bohrungen zeigt Heule. Haben die Bohrungen den gleichen oder fast den gleichen Durchmesser, eröffnet laut Hersteller das Cofa-X-System neue Möglichkeiten bei der Entgratung. In die gleiche Kategorie fallen auch Bohrungen mit sehr steilen Eindringwinkeln und Störkonturen. Die CBD-Werkzeuge hingegen dienen zum Entgraten klassischer Ölbohrungen oder sich kreuzender Bohrungen mit sehr flachem Eindringwinkel.

Den wohl weltweit kleinsten Bohrlochentgrater, der mit Druckluft betrieben wird, BEW 309 E ergänzt der Hersteller Biax Schmid & Wezel um einen Bohrer mit Spezialaufnahme. Dieser kann im Bohrlochentgrater zum Bohren an schwer zugänglichen Stellen in weichen Materialien eingesetzt werden. Die Länge des Bohrers beträgt zwischen 5 und 8 mm, an Durchmessern sind 1,5 und 2 mm erhältlich. Das Produkt hat Biax Schmid & Wezel nach eigenen Angaben vor kurzer Zeit für einen großen Kunden aus der Luftfahrtbranche entwickelt, der Querbohrungen an schwer zugänglichen Stellen in Aluminium bohren musste.

Elektrochemisches Entgraten zum Bohren weiterentwickelt

Weiterentwicklungen gibt es auch beim elektrochemischen Entgraten (ECM). So zeigt Extrude Hone mit Dynamic-ECM ein Entgratverfahren, bei dem im Unterschied zum statischen ECM die Kathode als Werkzeug durch eine Achsbewegung mit einer definierten Vorschubgeschwindigkeit in das Bauteil geschoben wird. Mit hochfrequenten Pulsmustern ist es möglich, ein präzises Entgratwerkzeug mit Vorschubgeschwindigkeiten zwischen 2 und 5 mm/min ins Material des Bauteils zu schieben, also damit zu bohren. Dadurch eröffnen sich neue Anwendungsfelder für das ECM. So können Querbohrungen an Bereichen von Bauteilen erstellt werden, die mit herkömmlichen Bearbeitungstechniken nur schwer erreichbar sind. Durch die Kombination der Vorteile von Dynamic-ECM mit den erweiterten Funktionen der neuen HPG-Generatoren von Extrude Hone können hochwertige Ergebnisse bei kurzen Zykluszeiten erzielt werden, wie der Hersteller berichtet.

Eine andere Neuerung auf Basis des elektrochemischen Entgratens kommt ebenfalls von Extrude Hone. Für das Finishen der Oberflächen von 3D-gedruckten Metallteilen und das Entfernen von Mikrograten zeigt das Unternehmen sein Verfahren Coolpulse. Es bietet laut Anbieter eine wirtschaftliche Möglichkeit, die üblicherweise sehr rauen Oberflächen nach dem 3D-Drucken zu bearbeiten.

Neben Extrude Hone zeigt auch S+B Tech seine Angebote zum elektrochemischen Entgraten. Das Unternehmen bietet dafür Maschinen, deren Vorrichtungen und Ersatzteile sowie Dienstleistungen. Das Verfahren eignet sich zum Entgraten und Verrunden von Werkstückkanten und Verschneidungen, der Herstellung von Formen und Konturen, zum Polieren von Oberflächen, der Bearbeitung, ohne Spannungen zu erzeugen, sowie zum Bohren ohne Grate. Dabei kommt es zu keiner direkten Berührung mit dem Werkstück und nahezu keinem Verschleiß.

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