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Brandschutz

Optimierte Brandschutzorganisation kann Schaden erheblich begrenzen

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Außer dem Brandschutzkonzept und der Mitarbeitermotivation zählen vor allem die Brandschutzregelungen (Verhaltensregelungen) dazu. Die Brandschutzregelungen gelten für Beschäftigte und andere anwesende Personen und beinhalten unter anderem Arbeitsanweisungen, Brandschutzordnungen, Alarm- und Feuerwehrpläne, die Kennzeichnung von Fluchtwegen und Notausgängen (Bild 2) sowie die Einbeziehung der örtlichen Feuerwehr.

Brandschutzorganisation dokumentieren

Die Brandschutzorganisation sowie die getroffenen Regelungen zum Brandschutz werden in den Brandschutzdokumenten festgehalten, zum Beispiel in Form eines Brandschutz-Handbuches. Dort können die grundsätzlichen Pflichten aller am Brandschutz beteiligten Personen, von den Verantwortlichen bis hin zu den Mitarbeitern, geregelt werden. Ist bereits ein Management-System im Betrieb integriert, empfiehlt es sich, den organisatorischen Brandschutz dort mit zu integrieren.

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Voraussetzung für die Wirksamkeit aller Brandschutzmaßnahmen sind Ordnung, Sauberkeit und Sorgfalt. So dürfen unter anderem brennbare Stoffe nicht unter 5 m Entfernung von Gebäuden gelagert werden. Außerdem sind Hydranten im Freien deutlich zu kennzeichnen sowie Feuerwehrzufahrten, Angriffswege und Zugänge zu Brandschutzanlagen freizuhalten.

Schäden müssen sofort gemeldet und beseitigt werden. Damit diese Wirksamkeit umgesetzt werden kann, müssen die Mitarbeiter sensibilisiert und ihnen die brandschutztechnischen Zusammenhänge aufgezeigt werden.

Brände entstehen oft bei feuergefährlichen Arbeiten

Unter feuergefährlichen Arbeiten versteht man im Betrieb alle Heißarbeiten im Zusammenhang mit Reparatur-, Montage- und Demontagearbeiten wie Schweiß-, Schneid- oder Lötarbeiten sowie Dacharbeiten mit Heißflamme. Sehr häufig kommt es bei solchen Arbeiten zu Bränden. Gefährdet ist dort nicht nur die nähere Umgebung der Arbeitsstelle – Schweiß-, Schneid- und Schleiffunken können auch noch in einer Entfernung von mehr als 10 m brennbare Stoffe entzünden.

Vor dem Beginn von Heißarbeiten muss vom standortverantwortlichen Unternehmer oder von dessen Beauftragten oder vom Brandschutzbeauftragten eine Arbeitserlaubnis oder eine schriftliche Genehmigung erteilt werden. Damit wird das durchführende Personal (sowohl eigenes als auch fremdes) verpflichtet, alle erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen und zu beachten.

Brandschutzordnung sollte immer aktuell sein

Kommt es trotz aller Sicherheitsvorkehrungen zu einem Schaden, ist schnelles und gezieltes Eingreifen nötig. Eine längere Betriebsunterbrechung kann sich negativ auf den Umsatz und somit auf Marktanteile auswirken. Deshalb sollten die Bestandteile der Brandschutzordnung immer vollständig und aktuell sein, um Koordinierungsfehler zu vermeiden. Im Schadenfall muss als erstes eine Schadenmeldung an den Versicherer erfolgen.

Die Axa-Versicherung bietet Unterstützung bei der Festlegung von Schadenbegrenzungsmaßnahmen und der Erstellung eines Wiederaufbaukonzeptes sowie bei der Ursachenforschung.

Organisatorischer Brandschutz ist nur wirksam, wenn er regelmäßig überwacht und verbessert wird. Die Umsetzung und Überprüfung der Brandschutzmaßnahmen im Betrieb sollte in angemessenen Zeitabständen durch Betriebsbegehungen erfolgen. Schwachstellen müssen festgestellt und die Umsetzung der Korrekturmaßnahmen kontrolliert werden.

Bei unmittelbarer Gefahr müssen jedoch Sofortmaßnahmen eingeleitet werden. Dennoch kann es vorkommen, dass bis zur endgültigen Behebung einer Schwachstelle Ersatzmaßnahmen getroffen werden müssen. Grundsätzlich muss im Bereich des betrieblichen und organisatorischen Brandschutzes eine für jedes Unternehmen individuelle Lösung angeboten werden.

Armin Haase ist Bereichsleiter Industrie Risiko Service der Axa Versicherung AG in 51067 Köln.

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