Markieren „Optische Schreibmaschine“ ermöglicht Laser-Kennzeichnung auf Glas

Redakteur: Jürgen Schreier

Fünf Referenten präsentierten im Rahmen des vom VDMA organisierten Industrie-Arbeitskreises Forschung und Technologie Glastechnik, neueste Anwendungsverfahren, Forschungs-ergebnisse und Maschinen rund um das Thema Laserbearbeitung und Beschichtungstechnologien für Flachglas. Für Dr. Thomas Rainer von der Boraident GmbH hat neben anderen Anwendungsbereichen insbesondere das Lasermarkieren von Bauglas Zukunft.

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Ein Laser-Kennzeichnungsverfahren, das keine Auswirkungen auf die Struktur und damit die Festigkeit des Glases hat, ist die „Optische Schreibmaschine“.
Ein Laser-Kennzeichnungsverfahren, das keine Auswirkungen auf die Struktur und damit die Festigkeit des Glases hat, ist die „Optische Schreibmaschine“.
(Bild: Boraident)

„Wir sind davon überzeugt, dass in nicht all zu langer Zeit Laserbearbeitungsmaschinen genauso in der Glasverarbeitung genutzt werden, wie heute CNC-Bearbeitungszentren“, sagt Dr. Thomas Rainer von der Boraident GmbH, einem Unternehmen mit Sitz in Halle an der Saale, das unter anderem Maschinen für die Lasermarkierung und -strukturierung von Glas produziert.

Lasermarkieren von Bauglas

Rainer ist einer von fünf Referenten, die im Rahmen des vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA e.V.) organisierten Industrie-Arbeitskreises Forschung und Technologie Glastechnik, neueste Anwendungsverfahren, Forschungs-ergebnisse und Maschinen rund um das Thema Laserbearbeitung und Beschichtungstechnologien für Flachglas vorstellten. Für den Physiker hat neben anderen Anwendungsbereichen insbesondere das Lasermarkieren von Bauglas Zukunft. Es ermöglicht sowohl eine Prozess- als auch Produktkennzeichnung mit individuellen Daten für die jeweilige Scheibe.

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Mit den bisher gebräuchlichen Verfahren ist das entweder gar nicht oder nur recht schwer und mit erheblichem Aufwand zu bewerkstelligen. Ein Laser-Kennzeichnungsverfahren, das keine Auswirkungen auf die Struktur und damit die Festigkeit des Glases hat, ist die „Optische Schreibmaschine“, wie Rainer sie nannte. Der gewünschte Abdruck wird mit einem Laser von einem „Schreibband“ auf das Glas übertragen. Die Vorteile sind, dass es zu keinerlei Spannungen im Glas oder auf der Oberfläche kommt und die Verbindung sehr fest und damit dauerhaft ist. Das Prinzip lasse sich, wie Rainer sagte, sowohl auf der Fläche als auch an der Kante anwenden.

Heißprägen von Glas mit erheblich geringeren Taktzeiten

Das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM hat ein lasergestütztes Verfahren zum Heißprägen von Glas entwickelt, mit dem es möglich ist, die Taktzeiten gegenüber herkömmlichen Techniken um das Zehn- bis Zwanzigfache zu verringern. Der Rohling wird mit einem CO2-Laser erhitzt, dann umgeformt, wieder entformt, abgekühlt und kann anschließend getempert oder vergütet werden. Bei dem Verfahren, so Tobias Rist vom Fraunhofer-Institut, spiele die Schrumpfung der Linsen im Press- und Feinkühlungsprozess eine erhebliche Rolle.

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