Ersatzteilemanagement Paradine implementiert E-Class bei AT&S

Redakteur: Jürgen Schreier

Durch E-Class konnte der Lagerbestand von Ersatzteilen beim Leiterplattenhersteller AT&S erheblich reduziert werden. Die Kapitalbindung für Ersatzteile wurde wesentlich gesenkt. Die umfassende Transparenz im Teilespektrum führte im Einkauf zu einem besseren Clustering der Bedarfe und in der Folge zu einer deutlichen Reduktion der Anzahl der Lieferanten.

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Leiterplattenproduktion bei AT&S. (Bild: AT&S)
Leiterplattenproduktion bei AT&S. (Bild: AT&S)

Für AT&S spielten Fragen der Optimierung des Ersatzteilmanagements eine äußerst wichtige Rolle. In den vergangenen Jahren konnte AT&S nicht nur einen Produktionszuwachs, sondern auch eine große Zunahme der vorrätigen Ersatzteile verzeichnen.

Im August 2007 waren Ersatzteile im Wert von rund 7 Mio. Euro bei einer Umschlagshäufigkeit von 1,4 Umschlägen pro Jahr vorhanden. Im Vergleich dazu betrug der Wert der Produktionsmaterialien etwa 15 Mio. Euro bei durchschnittlich 13 Umschlägen pro Jahr.

Geringe Umschlagshäufigkeit der Ersatzteile führte zu hoher Kapitalbindung am Lager

Die geringe Umschlagshäufigkeit der Ersatzteile führte zu einer hohen Kapitalbindung am Lager. Durch die erschwerte Identifizierung vorhandener oder fehlender Ersatzteile kam es zu langen Lieferzeiten, die im schlimmsten Fall zu einem Produktionsstillstand hätten führen können.

Hauptverursacher dieses Problems war die unterschiedliche Klassifikation der Ersatzteilbestände an den verschiedenen Standorten des Unternehmens. Die Ersatzteile wurden in der Vergangenheit mithilfe einer eigenentwickelten Klassifikation strukturiert.

Datenpflege speziell in den asiatischen Werken unzureichend

Die Pflege der Daten erfolgte lokal und war speziell in den asiatischen Werken unzureichend bzw. nicht vorhanden. Durch die Übernahme von Werken gab es drei verschiedene Systeme für das Ersatzteilmanagement. Ersatzteile aufzufinden war dadurch stark erschwert, wenn nicht gar unmöglich.

In einigen Fällen wurden die Daten nicht vollständig erhoben und gepflegt.

So wurden zum Beispiel bei Materialien oft nur die Hersteller- Produktnummer und der Lieferant in die Datenbank eingepflegt, nicht aber wesentliche Informationen wie etwa Produktname, Baugröße oder Typbezeichnung. Beim Ausscheiden von Produktionsanlagen war es nicht möglich, die dazugehörigen Ersatzteile zu identifizieren und ebenfalls zu eliminieren.

"Spice" soll mehr Effizienz ins Ersatzteilemanagement bringen

Um die Effizienz im Ersatzteilemanagement bei AT&S zu erhöhen, wurde das unternehmensinterne Projekt Spice (Spare Parts Inventory and Cost Enhancement) gestartet. Die Mentoren für das Projekt waren der Finanzvorstand und der Director Global Purchasing.

Die Umsetzung von Spice und die Koordination der externen Partner wurde mit der international tätigen Paradine GmbH, Wien, durchgeführt. Zur Auswahl eines einheitlichen Klassifikationssystems wurde eine Analyse von auf dem Markt befindlichen Standardklassifikationssystemen durchgeführt.

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