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Plagiatschutz

Plagiarius prangert dreiste Fälschungen an

| Redakteur: Claudia Otto

Der Negativpreis Plagiarius ist auf der Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente zum 37. Mal vergeben worden. Die Aktion Plagiarius e.V. rügt damit Hersteller und Händler besonders dreister Nachahmungen. Ziel ist es, die skrupellosen Geschäftspraktiken von Plagiatoren ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Industrie, Politik und Verbraucher für das Problem zu sensibilisieren.

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Der schwarze Zwerg mit goldener Nase symbolisiertiert die exorbitanten Gewinne, die die Produktpiraten auf Kosten innovativer Unternehmen erwirtschaften. Die Preisträger finden Sie in der Bildergalerie.
Der schwarze Zwerg mit goldener Nase symbolisiertiert die exorbitanten Gewinne, die die Produktpiraten auf Kosten innovativer Unternehmen erwirtschaften. Die Preisträger finden Sie in der Bildergalerie.
(Bild: Aktion Plagiarius e.V.)

Der Verein stellte während der Verleihung klar, dass die Auszeichnung mit dem „Plagiarius“ nichts darüber aussagt, ob die jeweilige Nachahmung im juristischen Sinne erlaubt ist oder nicht. „Die Aktion Plagiarius kann und darf kein Recht sprechen. Wir können aber auf Unrecht und die Probleme der betroffenen Unternehmen aufmerksam machen“, so Prof. Rido Busse, Initiator des Plagiarius.

Die Trophäe ist ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase - als Symbol für die exorbitanten Gewinne, die die Produktpiraten sprichwörtlich auf Kosten innovativer Unternehmen erwirtschaften. Die Preisträger finden Sie in der Bildergalerie.

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Zoll beschlagnahmt immer mehr Plagiate

Im Jahr 2011 haben die europäischen Zollbehörden an den EU-Außengrenzen mehr als 115 Mio. rechtsverletzende Artikel im Wert von 1,3 Mrd. Euro beschlagnahmt und erfolgreich aus dem Verkehr gezogen. Das entspricht einer Zunahme von 15% gegenüber dem Vorjahr.

Knapp drei Viertel (73%) der festgehaltenen Waren kamen auch 2011 aus China; insgesamt wird ein Großteil der Fälschungen nach wie vor in Südostasien, Lateinamerika, Osteuropa und der Türkei hergestellt. Die Industrieländer selbst sind aber häufig die Auftraggeber oder Importeure solcher Nachahmungen.

Internet ermöglicht leichten Vertrieb von Plagiaten

Immer häufiger gelangen gefälschte Waren dabei heutzutage auf dem Postweg in die EU. Grund sind die steigenden Online-Käufe. Verbraucher verkennen, dass die Fälscher längst einen Großteil ihrer kriminellen Machenschaften ins Internet verlagert haben.

Laut Europäischer Kommission gehen die oft international agierenden Netzwerke immer professioneller vor, um sich den Kontrollen des Zolls zu entziehen. Sogenannte Freizonen, unter anderem in Dubai, entwickeln sich zunehmend zu blühenden Umschlagplätzen von rechtsverletzenden Waren. Die Fälschungen werden dort umgeladen und neu etikettiert, um den wahren Ursprung der Ware zu verschleiern und vom Verdacht des Plagiats abzulenken.

Profitgier verleitet zu schmutzigen Geschäften mit Plagiaten

Produkt- und Markenpiraterie ist ein höchst lukratives Geschäftsmodell, das seine Abgründe in Form von minderwertigen Materialien, giftigen Inhaltsstoffen, fehlenden Qualitäts- und Sicherheits-kontrollen sowie menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen offenbart. Interpol bestätigt darüber hinaus die Beteiligung von mafiösen Organisationen, die den Handel mit Fälschungen unter anderem zur Geldwäsche und Finanzierung anderer Aktivitäten nutzen.

Billige Kopien passieren nicht aus Versehen. Die Fälscher handeln vorsätzlich, skrupellos und rein aus Profitgier. Sie kopieren das fertige, am Markt erfolgreich etablierte Endprodukt und minimieren ihr eigenes unternehmerisches Risiko. Genau wie ihre unternehmerische Verantwortung. Billigend nehmen Sie Gesundheitsrisiken bei Fabrikarbeiter(inne)n und Verbrauchern in Kauf.

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