Werkstoffe Polycarbonatmantel schützt humanoiden Roboter vor Beschädigung
Bayer Materialscience plant die Präsentation des humanoiden Roboters Myon auf der K 2010. Grund dafür ist die äußere Hülle aus dem Polycarbonat Makrolon des Kunststofferzeugers. Auf dem diesjährigen internationalen Design-Festival DMY, Berlin, wurde der Forschungsroboter erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
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Der Roboter Myon ist der weltweit erste seiner Art, bei dem die Körperteile während des Betriebs unter Beibehaltung aller Funktionen komplett abgenommen und wieder angeflanscht werden können. Seine „Geburt“ verdankt er einer engen Zusammenarbeit des Labors für Neurorobotik (NRL) der Humboldt-Universität zu Berlin mit dem Kölner Design-Studio Frackenpohl Poulheim und der Bayer Material-Science AG, Leverkusen.
Aus dem Polycarbonat Makrolon des Kunststofferzeugers wurde die Außenhülle der Gliedmaßen hergestellt. Sie schützt das empfindliche elektronische Innenleben des Roboters.
Humanoider Roboter soll mit Menschen interagieren
Ein wesentliches Ziel der Roboterentwicklung ist das Interagieren mit Menschen. „Deshalb sollte Myon freundlich erscheinen und eine positive Ausstrahlung zeigen, auch wenn er natürlich kein menschliches Wesen ist“, erläutert André Poulheim, einer der Designer von Myon. „Roboter können sonst leicht bedrohlich wirken, zum Beispiel wenn die Schultern zu breit konstruiert sind.“ Mit 1,25 m Höhe entspricht der Roboter Myon der Körpergröße eines achtjährigen Kindes.
Im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts Alear (Artifical Language Evolution on Autonomous Robots) untersuchen Dr. Manfred Hild und sein Team am NRL Bewegungsabläufe von autonomen Robotern. Eine genaue Analyse typisch menschlicher Bewegungen etwa beim Gehen zeigt, dass diese sehr komplex sind und beispielsweise vom Körperbau abhängen.
Arme und Beine können einzeln bewegt werden
Auf den Roboter Myon übertragen, erweisen sich dessen insgesamt sechs autonome Körperteile und der modulare Aufbau als sehr vorteilhaft, denn diese Abläufe können hier zunächst an isolierten Gliedmaßen, etwa einem Bein, entwickelt und dann nach und nach zu einem Gesamtverhalten des Roboters weitergeführt werden. Im Ergebnis können Arme und Beine einzeln bewegt werden, müssen aber auch gemeinsam funktionieren.
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