Zerspanung Präzise Großteilbearbeitung in Namen der Windenergie

Redakteur: Bernhard Kuttkat

Das Bearbeiten tonnenschwerer, großdimensionierter Bauteile für Windenergieanlagen, beispielsweise von Maschinenträgern und Getriebegehäusen, erfordert viel fertigungstechnisches Know-how und Werkzeugmaschinen mit hoher thermischer und mechanischer Stabilität, großer Zerspanleistung und hoher Präzision.

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Die Aufgabe, die Werksleiter Stephan M. Stuby und Fertigungsleiter Uwe Knäbel im Werk der SHW Casting Technologies GmbH in Königsbronn mit ihren Mannen lösen mussten, war nicht einfach. Es galt, rund 80 t schwere Maschinenträger aus hochwertigem Guss in zwei Aufspannungen mechanisch komplett zu bearbeiten. Darunter eine Lagerbohrung mit einem Durchmesser von 3200 mm innerhalb der Toleranz H7 sowie eine schwierig zugängliche schräge Fläche im Inneren des Maschinenträgers.

„Die Arbeitsfolgen und Schnittparameter der jeweiligen Aufspannung mussten sorgfältig geplant werden, damit das Schruppen keine thermisch bedingten Formabweichungen bewirkte und die Finishbearbeitung in der gleichen Aufspannung erfolgen konnte“, so Stuby. Gemeinsam mit einem Werkzeughersteller wurden die einzelnen Bearbeitungsschritte festgelegt und die dazu gehörigen Werkzeuge bestimmt.

Einrichten des Maschinenträgers geschieht auf dem Bohrwerk

Auf die sonst üblichen Anrisse für die Bearbeitung von solch großen Gussteilen wurde verzichtet. „Dazu hätte es einer großen Anreißplatte bedurft und die stand nicht zur Verfügung, deshalb entschieden wir uns, das Einrichten des Maschinenträgers auf der Maschine mit einem Messtaster durchzuführen“, so Knäbel.

Ausgehend von der Lagerbohrung wird das Gussteil per Messtaster so ausgerichtet, dass auf allen zu bearbeitenden Flächen das entsprechende Aufmaß vorhanden ist. „Stellt sich beim Abfahren der Flächen heraus, dass vorgegebene Aufmaße nicht eingehalten worden sind, muss entsprechend vermittelt werden“, erklärt Knäbel. Die Bearbeitung des Maschinenträgers übernimmt ein Pama-Bohr- und -Fräswerk mit Traghülse Speedram 3000 mit Verfahrwegen in X, Y und Z von 18 000, 6500 und 1400 mm. Der Axialverfahrweg der Bohrspindel (W-Achse) ist 1200, der Gesamtaxialverfahrweg (W- und Z-Achse) 2600 mm. Der Maschinentisch ist für Werkstücke bis zu einem Gewicht von 100 t ausgelegt.

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