Postprocessing

Präzisionsnachbearbeitung additiv gefertigter Bauteile

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Federeinsatz erlaubt gezielte Umformung

Die Ergebnisse zeigen, dass bei der Nutzung einer Feder mit einer definierten Federkonstanten CF die Prozesskraft FPr in Abhängigkeit der axialen Zustellung ap definiert eingestellt werden kann. Demnach kann beim Glattdrücken eine werkstoffspezifische Flächenpressung pB erreicht werden, wodurch die gezielte Umformung additiv gefertigter Bauteile realisierbar ist.

Das übergeordnete Ziel der Entwicklungen ist die Bereitstellung einer Bearbeitungstechnologie zur Nachbearbeitung additiv gefertigter Bauteile mit arithmetischen Mittenrauwerten Ra ≤ 200 nm und Formgenauigkeiten GF ≤ 5 µm. Demnach ist im Weiteren die Abweichung der Eindringtiefe ΔtE in Abhängigkeit von der Prozesskraft FPr untersucht worden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden in Grafik 2 deutlich. Der arithmetische Mittenrauwert der Versuchswerkstücke betrug im Ausgangszustand Ra = 7,85 µm.

Grafik 2: Die Eindringtiefe des Glattdrückwerkzeugs kann bei konstant eingehaltener Formgenauigkeit von ≤ 5 µm gezielt über die Prozesskraft eingestellt werden.(Bild:  IWF)
Grafik 2: Die Eindringtiefe des Glattdrückwerkzeugs kann bei konstant eingehaltener Formgenauigkeit von ≤ 5 µm gezielt über die Prozesskraft eingestellt werden.
(Bild: IWF)

Zusammenfassung und Ausblick

Die Ergebnisse zeigen, dass die Eindringtiefe tE unter Einhaltung einer Formgenauigkeit GF ≤ 5 µm gezielt über die Prozesskraft FPr eingestellt werden kann. Somit konnte nachgewiesen werden, dass in Abhängigkeit von einer definierten axialen Zustellung ap eine hochpräzise Nachbearbeitung von additiv gefertigten Bauteilen realisierbar ist. Zudem werden durch den Umformprozess Druckeigenspannungen σD induziert, wodurch ein nachbearbeitungsbedingter Bauteilverzug vermieden wird.

Mit diesen Ergebnissen konnte erstmalig eine umfassende Präzisionsnachbearbeitung additiv gefertigter Bauteile im Mikrometerbereich dargestellt werden. Zudem ist bei der Anwendung einer Prozesskraft von FPr = 60 N der arithmetische Mittenrauwert von Ra = 7,85 µm auf Ra = 0,18 µm reduziert worden. Dies entspricht einer Verringerung von ungefähr 98 %. Ein exemplarisches Bauteil ist in Bild 1 illustriert.

Die erste komplette Prozesskette für hochpräzise 3D-Druckteile

Das übergeordnete Ziel der Untersuchung war, eine Methode zur hochpräzisen Nachbearbeitung von additiv gefertigten Bauteilen aus der Ti-Al-Legierung des Typs 5553 zu verifizieren. Dazu wurde zunächst der Zusammenhang zwischen der axialen Zustellung ap und der Prozesskraft FPr analysiert, um diese für die Präzisionsnachbearbeitung definiert einstellen zu können.

Darauf aufbauend, konnte bei der Untersuchung zur Abweichung der Eindringtiefe ΔtE gezeigt werden, dass in Abhängigkeit von der Prozesskraft FPr eine hochpräzise Nachbearbeitung von additiv gefertigten Bauteilen machbar ist. Auf Basis dieser Entwicklungen ist die erste Prozesskette zur Herstellung von hochpräzisen additiv gefertigten Bauteilen mit einer Formgenauigkeit von GF ≤ 5 µm aufgebaut worden. Auch hat man dabei den arithmetischen Mittenrauwert Ra um rund 98 % reduzieren können.

In weiterführenden Untersuchungen sollen dann die Zusammenhänge bei der Nachbearbeitung additiv gefertigter Bauteile weiter erforscht werden. MM

Literatur

[KUM18] Kumbhar, N. N.; Mulay, A. V.: Post Processing Methods used to Improve Surface Finish of Products which are Manufactured by Additive Manufacturing Technologies: A Review. J. Inst. Eng. India Ser. C 99 (2018) 4, S. 481 – 487.

[LEA19] Leach, R. K.; Bourell, D.; Carmignato, S.; Donmez, A.; Senin, N.; Dewulf, W.: Geometrical metrology for metal additive manufacturing. CIRP Annals 68 (2019) 2, S. 677 – 700.

[MAN17] Manfredi, D.; Calignano, F.: Laser powder bed fusion of aluminum, titanium and nickel based alloys: Materials and design investigations. In: International Conference on Electromagnetics in Advanced Applications (ICEAA) IEEE, 2017, S. 1.423 – 1.425.

* IWF der TU Berlin, www.iwf.tu-berlin.de respektive Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktion IPK, www.ipk.fraunhofer.de

(ID:46834884)

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