Anbieter zum Thema
Die Verfahrensauswahl macht den Meister
Stefan Beetz von der Brose Fahrzeugteile GmbH in Würzburg betrachtete die generativen Fertigungsverfahren unter dem Fokus von Funktion und Belastung. Er ging dabei folgenden Fragen auf den Grund: Was bietet sich zur Herstellung aus dem 3D-Druck an? Welche Bauteile sind überhaupt für diese Verfahren geeignet und welche Belastungen müssen diese Bauteile aushalten? Exemplarisch präsentierte er verschiedene Bauteile aus dem Automobilbereich, die bereits mittels additiver Fertigungsverfahren umgesetzt werden. Auch bei Multimaterialbauteilen mit Hart- und Weichkomponenten ist der Einsatz der 3D-Druckertechnolgie möglich, so Stefan Beetz.
Aber nicht nur Bauteile lassen sich drucken sondern auch Werkzeuge, merkte Beetz an. Im Bereich der Ersatzteilproduktion wurden bereits sehr gute Ergebnisse mit gespritzten Bauteilen aus gedruckten Werkzeugen erreicht. Gedruckte Werkzeuge eröffnen neue Möglichkeiten zur schnelleren Produktion von Bauteilen. Stefan Beetz schränkte ein: „Derzeit gibt es kein Verfahren, das alle Bedürfnisse hinsichtlich Funktion, Belastung, Temperaturfestigkeit, Alterungsbeständigkeit sowie Serientauglichkeit erfüllt.“ Die Verfahrensauswahl sei also entscheidend für die volle Funktionstauglichkeit.
Leichtere Greifer für Roboter
Additiv gefertigte Baugruppen im Roboteranlagenbau standen im Blickpunkt von Dr. Andreas Wolf von der Firma robomotion GmbH aus Stuttgart. Die Anforderung besteht darin, möglichst leichte Greifer für den Einsatz an Robotern zu realisieren. Das Selektive Laser Sinterverfahren (SLS) und die damit einhergehenden Materialeigenschaften des verwendeten PA12-Kunststoffs böten die Voraussetzungen dafür Leichtbaustrukturen – sowohl steif als auch funktional hoch integriert – in Losgröße eins auch wirtschaftlich herzustellen.
Während bisherige Greiferbau-Lösungen häufig auf Metallstrukturen setzten und damit relativ schwer sind und hohe Trägheitsmomente haben, könnten neuartige Greifersysteme generativ gestaltet werden. Bei Sauggreifern wurde zur Gewichtseinsparung etwa die gesamte Luftführung ins Innere des Bauteils und damit in den Strukturbereich verlegt.
Die additiven Fertigungsverfahren erlauben eine Entwicklungsmethodik die dem Anwender sehr entgegen kommt, so Wolf. Die schnelle Verfügbarkeit der Greifer verkürzt dabei die Bauteil-Entwicklungszeiten enorm. Dazu müssen aber neue Wege in der Konstruktion beschritten werden, so Wolfs Resümee.
(ID:43953270)