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Flexible Elektrische Netze Premiere in Aachen: Mittelspannungsnetz mit Gleichstrom

Redakteur: Katharina Bormann

Erstmalig wird durch den Forschungscampus Flexible Elektrische Netze (FEN) ein auf Gleichstrom basierendes, lokales Mittelspannungsnetz errichtet. Ziel ist es, die Einsatzreife von Gleichstrom in öffentlichen Mittelspannungsnetzen nachzuweisen.

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Das Projektteam v.l.n.r.: Dr. Holger Grube, Dr. Peter Lürkens, Dr. Christian Haag, Prof. Rik De Doncker, Dr. Matthias Kufeld
Das Projektteam v.l.n.r.: Dr. Holger Grube, Dr. Peter Lürkens, Dr. Christian Haag, Prof. Rik De Doncker, Dr. Matthias Kufeld
(Bild: Volkmann, FEN GmbH)

Das Demonstrationsnetz soll elektrische Energie zwischen mehreren Groß-Prüfständen verteilen. Gleichzeitig will man sowohl die Effizienzvorteile von Gleichstrom als auch die Zuverlässigkeit von Komponenten – wie etwa Gleichspannungskonvertern – analysieren.

Im Endausbau soll das Netz an fünf Stationen angeschlossen sein und als Verbraucher sowie auch als Einspeiser arbeiten. Außerdem soll im Rahmen des Aufbaus eine Integration von erneuerbaren Energien und Energiespeichern erfolgen. Das Netz wird nach Fertigstellung über eine Gesamtlänge von circa 2,3 km eine Spannung von 5 kV und eine installierte Leistung von rund 6,2 MW verfügen. Baubeginn war am 19. März 2018 auf dem Gelände der RWTH Aachen, die das unterirdisch verlaufende Netz privat betreiben wird. Ende dieses Jahres soll das Netz dann seinen Testbetrieb aufnehmen.

Gleichstromtechnik auf dem Vormarsch

Durch Vorteile in der Energieverteilung rückt die Gleichstromtechnik im Zuge der Energiewende immer stärker in den Fokus. Im Gegensatz zum konventionell eingesetzten Wechselstrom kann diese Technik eine Reihe von Aufgaben vereinfachen, zum Beispiel die Kopplung von Verteilungsnetzen oder die Versorgung von Schnellladepunkten für Elektrofahrzeuge. Durch die weniger empfindliche Reaktion auf flexible, bidirektionale Energieflüsse zwischen Erzeugern und Verbrauchern bei gleichzeitiger Energieeinspeisung an mehreren Punkten eignen sich die Gleichstromnetze – angesichts der Anforderungen der Energiewende – wesentlich besser als die gängigen Wechselstromnetze, heißt es vom FEN.

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