Millionen für Fusionen Münchener Unicorn hat genug Geld für Fusionsforschung

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Das Start-up Proxima Fusion hat, wie es heißt, Hunderte Millionen Euro für den Bau eines Fusionsreaktors eingesammelt ...

Hier blickt man in das Innere eines Fusionsreaktors, der nach dem Prinzip Tokamak das heiße Plasma per Magnetfelder in einer Art Donut-Form festhält. Das deutsche Start-up Proxima Fusion will es anders versuchen und hat dafür jetzt auch eine Menge Geld zusammengebracht ...(Bild:  Britannica)
Hier blickt man in das Innere eines Fusionsreaktors, der nach dem Prinzip Tokamak das heiße Plasma per Magnetfelder in einer Art Donut-Form festhält. Das deutsche Start-up Proxima Fusion will es anders versuchen und hat dafür jetzt auch eine Menge Geld zusammengebracht ...
(Bild: Britannica)

Nachdem die Fusionsforschung lange eine Domäne von Staaten und Staatengemeinschaften war, versuchen nun auch Start-ups, wie Proxima Fusion, mit verschiedenen Ansätzen Fusionsreaktoren zu bauen. In einer aktuellen Finanzierungsrunde, an haben sich etwa RWE und Google beteiligt. So kamen 411 Millionen Euro zusammen, wie Proxima Fusion aus München mitteilt. Damit erfülle das Start-up die Bedingungen dafür, dass der Freistaat Bayern weitere 400 Millionen Euro zur Verfügung stellt, wie im Februar vereinbart wurde. Proxima Fusion wird so zum sogenannten Unicorn, also zu einem Start-up mit einer Bewertung von über einer Milliarde Euro (etwa 2,4 Milliarden). In Deutschland gibt es übrigens 36 davon. Das Unternehmen will nun bis zum Ende der 2030er-Jahre im schwäbischen Gundremmingen einen kommerziellen Fusionsreaktor bauen. Dieser soll tatsächlich Strom ins Netz einspeisen, wie man betont.

Bei München wird der Demo-Reaktor Alpha gebaut

Dazu soll bis Anfang der 2030er-Jahre in Garching bei München der Demonstrationsreaktor namens Alpha entstehen. Alleine für diesen brauche es rund zwei Milliarden Euro an Investitionen. Um diese aufzubringen, setzt das Unternehmen unter anderem auch auf Geld vom Bund. Man hofft demnach, dass die Ausschreibung für eine entsprechende Förderung im Herbst kommt. Aber schon jetzt werden Teile für Alpha gefertigt. Der erste der für die Fusion benötigte Magnet soll Ende nächsten Jahres fertiggestellt werden. Die jetzt eingeholten Mittel fließen ebenfalls in den Bau, in die Erweiterung von

Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten sowie in die Weiterentwicklung zentraler Technologien. In Fusionsreaktoren halten Magnetfelder ein ultraheißes Plasma in Schach, in dem Deuterium und Tritium, beide sind Isotope des Elements Wasserstoff, verschmolzen werden. Aus den entstehenden Neutronen, die dabei frei werden, wird Wärme und aus dieser kann dann Strom erzeugt werden, um es vereinfacht zu sagen.

Gezwirbeltes Plasma ist besser zu beherrschen als der Donut

Aber außer dem klassischen Konzept, indem heißes Plasma eben mit Magnetfeldern eingeschlossen wird, gibt es unter anderem auch den Ansatz, Laser zur Zündung einzusetzen. Das Plasma wird in der Regel durch die Magnefelder wie ein Donut geformt – Tokamak-Prinzip. Und Proxima Fusion setzt zwar auf Magnetfelder, die jedoch speziell geformt sind. Denn der Reaktor soll ein sogenannter Stellarator werden. Anders als beim verbreiteteren Tokamak, sorgen dabei komplex aufgebaute Magnetspulen dafür, dass sich das eingeschlossene Plasma verzwirbelt. Das erleichtert einen Dauerbetrieb des Reaktors, ist allerdings schwieriger zu konstruieren und zu bauen. Neue Fertigungsmöglichkeiten sollen dabei aber helfen, heißt es. Man blickt dabei auf das sogenannten Wendelstein-Programm des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik, aus dem sich Proxima Fusion als Spin out gebildet hat. Erfahrungen zum Plasmazwirbeln gibt es also.

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