Messtechnik

Prüfstand verbessert Effizienz der Kranfertigung

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Dynamische Simulation des Schraubfalls

Das Prüfsystem Cer-Test verfügt über zwei integrierte und zwei externe Simulatoren zur Prüfung von Schraubwerkzeugen im Bereich von 250 bis 6000 Nm Drehmoment. Damit kann jeder Schraubfall bis 6000 Nm dynamisch simuliert werden und erlaubt bei einer schraubstellenbezogenen Prüfung nach 25 Messungen eine präzise Aussage über die aktuelle Leistungsfähigkeit des getesteten Schraubwerkzeugs.

Der Simulator dreht bei der dynamischen Prüfung mit. Der Vorteil gegenüber der statischen Simulation ist, dass dadurch „harte“ (kleiner Drehwinkel) oder „weiche“ (großer Drehwinkel) Schraubfälle simuliert werden. Durch die lückenlose Dokumentation aller Werkzeuge und der wichtigsten Schraubfälle entsteht ein genaues Abbild der Maschinenfähigkeit über die gesamte Lebensdauer.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

Aufgrund des Prüfsystems spart Liebherr etwa 30.000 Euro pro Jahr an externen Prüfkosten ein und kann zusätzlich wertvolles Schraubtechnik-Know-how im Haus aufbauen. Die Vorteile liegen für Springer klar auf der Hand: „Auf der einen Seite sparen wir Kosten ein – das ist aber längst nicht alles: Die Qualität der internen Schraubprozesse ist leichter zu sichern und höher als bei extern durchgeführten Prüfungen, da unter den Bedingungen (zum Beispiel elektronische Steuerung, Druckluftschwankungen) direkt vor Ort geprüft werden kann. Zusätzlich bauen wir Wissen im Umgang mit den Schraubwerkzeugen auf. Und nicht zuletzt ist es auch logistisch effizienter: Der Aufwand für das Verschicken und Wiedereinsortieren der Werkzeuge entfällt: Wir prüfen an Ort und Stelle und gewinnen damit zusätzliche Zeit.“

Weil der Prüfstand von Kistler mobil ist, können sämtliche Schraubwerkzeuge fertigungsnah geprüft werden. Zu diesem Zweck verfügt das Prüfsystem über einen Akkubetrieb mit einer Laufzeit bis zu 16 Stunden.

Wichtig für Liebherr war, dass das eingesetzte System zur Werkzeugprüfung die gesamte benötigte Bandbreite abdeckt. Mit dem externen dynamischen Simulator bis 6000 Nm ist Liebherr in der Lage, auch die aktuell in Ehingen eingesetzten elektrischen Schraubwerkzeuge mit 4000 Nm und größer zu prüfen. „Das war für uns natürlich entscheidend, weil kein anderer Anbieter bis 6000 Nm dynamische Simulatoren herstellen konnte. Hinzu kamen die Unabhängigkeit und die Spezialisierung von Kistler in der Mess­technik und die Expertise in der Schraubtechnik – das Gesamtpaket hat uns überzeugt“, betont Springer. „Seit wir uns Anfang 2016 stärker mit dem Thema Maschinenfähigkeit von Schraubwerkzeugen beschäftigt haben, ist dessen Bedeutung ohnehin gewachsen und wird in Zukunft weiter steigen. Mit der Lösung von Kistler sind wir dafür sehr gut aufgestellt.“

(ID:45441659)