Arburg auf der World PM2016 Pulver-Spritzgießen kurbelt Smartphone-Fertigung an

Redakteur: Peter Königsreuther

Auf der „World PM2016 Congress and Exhibition“ in Hamburg, Deutschland, demonstriert Arburg vom 9. bis 13. Oktober auf dem Messestand 129 die wirtschaftliche Fertigung von Smartphone-Gehäusen. Die gemeinsam mit dem Partner BASF entwickelte Pulver-Spritzgießanwendung könne die übliche spanende Bearbeitung ersetzen.

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Die Ergebnisse des Erfolgsteams von Arburg sind auf der „World PM2016 Congress and Exhibition“ vom 09. bis 13. Oktober zu bestaunen (v. l.): Marko Maetzig, Hartmut Walcher und Uwe Haupt im modernen PIM-Labor von Arburg. Dort konnte eine Möglichkeit entwickelt werden das Pulver-Spritzgießen (PIM) günstiger zu machen.
Die Ergebnisse des Erfolgsteams von Arburg sind auf der „World PM2016 Congress and Exhibition“ vom 09. bis 13. Oktober zu bestaunen (v. l.): Marko Maetzig, Hartmut Walcher und Uwe Haupt im modernen PIM-Labor von Arburg. Dort konnte eine Möglichkeit entwickelt werden das Pulver-Spritzgießen (PIM) günstiger zu machen.
(Bild: Arburg)

Der Spritzgießmaschinenhersteller Arburg hat wie es heißt mehr als 50 Jahre Erfahrung im Pulver-Spritzgießen und weit über 1000 PIM-Maschinen für ein breites Spektrum an Anwendungen und Branchen gefertigt – unter anderem für die Automobil-, Schmuck- und Uhrenindustrie, die IT-Branche und den Dentalsektor. Das Know-how reiche von der Feedstock-Aufbereitung über die anspruchsvolle Herstellung von Mikro-PIM-Teilen bis zur wirtschaftlichen Baugruppenintegration sowie Konzipierung und Realisierung kompletter Turnkey-Anlagen. Zudem lassen sich im eigenen PIM-Labor neben dem Spritzgießen auch alle vor- und nachgelagerten Produktionsschritte wie Materialaufbereitung, Entbindern, Sintern und Teileanalysen unter Praxisbedingungen testen, betont Arburg.

Liveproduktion von Smartphone-Rückseiten

Hartmut Walcher, Arburg PIM-Experte, ist überzeugt: „Wir sind auf internationalen Messen verstärkt mit Anfragen aus dem PIM-Bereich konfrontiert worden.“ Deshalb haben wir nun in einem Gemeinschaftsprojekt mit BASF eine innovative PIM-Anwendung auf die Beine gestellt, die wir auf der World PM2016 erstmals der Fachwelt präsentieren werden, ergänzt Walcher. Im Vergleich zur sonst üblichen, herkömmlichen spanenden Bearbeitung dieser Teile, ließen sich mit der PIM-Technologie die Kosten deutlich reduzieren. Ein hydraulischer Allrounder 470 S mit 1100 kN Schließkraft und PIM-Ausstattung soll das beweisen und produziert in Hamburg Rückseiten von Smartphones. Als Feedstock kommt Catamold 17-4 PH Plus von BASF zum Einsatz. Das Wechsel-Werkzeug mit flüssigkeitstemperiertem Heißkanal ist so konzipiert, dass damit außer den Rückseiten auch geschlossene oder vierteilige Rahmen für Smartphone-Gehäuse produziert werden können, heißt es weiter.

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Dynamische Temperierung verbessert Gründichte

Auf der World PM2016 entsteht in einer Zykluszeit von rund einer Minute je ein Grünling der Smartphone-Rückseite im Arburg-Design. Um einen Verzug des Bauteiles mit nur rund 1 mm Wandstärke im anschließenden Sinterprozess zu minimieren, wird das Werkzeug dynamisch temperiert und auf diese Weise eine konstante Gründichte über das gesamte Bauteil erreicht, wie Arburg erklärt. Der Grund für die dynamische Werkzeugtemperierung liege in der im Vergleich zu Thermoplasten deutlich größeren Wärmeleitfähigkeit des Feedstocks. Ein lineares Robot-System Multilift Select entnimmt danach die fertigen Grünlinge schonend und legt sie auf eine Gleitschiene ab.

MM

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