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Protec Polymer Processing auf der Fakuma 2018

Qualität rauf, Materialeinsatz runter – Schäumen mal anders

| Redakteur: Peter Königsreuther

Die Protec stellt auf der Fakuma, wie es heißt, erstmals die Fertigungslösung „Somos Perfoamer“ vor. Damit könne das im letzten Jahr vom Kunststoff-Institut Lüdenscheid und der Linde AG vorgestellte neue Verfahren „Plastinum Foam Injection Moulding“ zum physikalischen Schäumen von Kunststoffteilen jetzt auch im industriellem Maßstab genutzt werden. Halle B3 am Stand 3119.

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Mit Protecs „Somos Perfoamer“ und einer Engel-e-victory-310/80-Spritzgießmaschine schäumt Protec auf der Fakuma diese Flaschenöffner. Von links nach rechts vergleicht das Bild verschieden Herstellungsmethoden. Ganz rechts das Ergebnis mit dem Perfoamer-System. Stand 3119 in Halle B3
Mit Protecs „Somos Perfoamer“ und einer Engel-e-victory-310/80-Spritzgießmaschine schäumt Protec auf der Fakuma diese Flaschenöffner. Von links nach rechts vergleicht das Bild verschieden Herstellungsmethoden. Ganz rechts das Ergebnis mit dem Perfoamer-System. Stand 3119 in Halle B3
(Bild: Kunststoff-Institut Lüdenscheid)

Die Neuheit von Protec trage alle Komponenten in sich, um Kunststoffgranulat zu trocknen und zu temperieren, unter Druck mit CO2 anzureichern und anschließend einer beliebigen Spritzgießmaschine zuzuführen. Das System ließe sich in der Regel ohne weitere Modifikationen einsetzen. Live auf der Fakuma schäumt das Unternehmen mit „Somos Perfoamer“ in Kombination mit einer Spritzgießmaschine des Typs e-victory 310/80 von Engel, heißt es.

Materialflexibles Sparverfahren nutzt Vorteile beider Schäumwelten

Mit „Somos Perfoamer“ kann jetzt ein breiter Anwenderkreis das innovative Schäumverfahren nutzen, das die Vorteile einer einfachen Handhabung wie sie von chemischen Treibmitteln bekannt ist, mit dem hohen Aufschäumdruck bei physikalischen Prozessen vereint, wie Protec erklärt. Weil auch bei geringen Wanddicken gute Schäumergebnisse erzielt würden, seien erhebliche Materialeinsparungen möglich. Unter Laborbedingungen konnte beispielsweise der Verbrauch von Polycarbonat (PC) um bis zu 60 %, der von Polyamid GF30 um bis zu 16 % und der von Polypropylen (PP) mit mineralischer Verstärkung um bis zu 37 % gesenkt werden. Fast alle gängigen Polymere sollen einsetzbar sein, einschließlich biobasierender und technischer Werkstoffe sowie Verbundmaterialien, wie etwa glasfaserverstärktes Polyamid.

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Industrie-4.0-fähiges Schäumsystem

Der auf der Fakuma gezeigte „Somos Perfoamer“ ist für den mobilen Einsatz ausgelegt, leicht zu transportieren und kann problemlos gleichzeitig an verschiedenen Spritzgießmaschinen verwendet werden, betont Protec. Er setze sich zusammen aus einem Konditionierer, in dem das Granulat getrocknet und anschließend temperiert wird, dem Autoklav, in dem es imprägniert wird, sowie der dazu gehörenden CO2-Versorgung und dem Pufferbehälter für das Material. Integrierte Fördergeräte transportierten das Material über die verschiedenen Stationen bis zur Spritzgießmaschine. Bedient und gesteuert wird der „Somos Perfoamer“ zentral am Konditionierer, heißt es weiter. Die Industrie-4.0.-fähige Steuerung sei mit zahlreichen Schnittstellen ausgestattet und ließe sich auch in eine Spritzgießmaschine integrieren und von dort aus bedienen.

Modularer Aufbau hilft beim Hochskalieren

Aufgrund seines modularen Aufbaus könne der „Somos Perfoamer“ problemlos an veränderte Anforderungen angepasst und mithilfe zusätzlicher Komponenten erweitert werden. Dadurch, so Protec, lässt sich die Ausbringungsmenge einfach für unterschiedlich große oder mehrere Spritzgießmaschinen gleichzeitig skalieren. Die Musteranlage am Messestand erreiche einen Durchsatz von 59 kg/h bei Polycarbonat oder bis zu 45 kg/h bei Polypropylen. Live werden die im Aufmacherbild gezeigten Flaschenöffner aus wechselnden Polymeren gefertigt, heißt es. Das Schussgewicht derselben bringt laut Protec 42 g auf die Waage. Weil der Flaschenöffner noch mit einem Metalleinleger versehen wird, dauere die Zykluszeit insgesamt 135 s.

Protec-Partner präsentieren die neue Technik auch auf der Messe: Musteranlagen zum neuen physikalischen Schäumverfahren sind außerdem an den Ständen der Linde AG (Halle B3, Stand 3309) und dem Kunststoff-Institut Lüdenscheid (Halle 5, Stand 5312) zu sehen.

Auch das wird im Rahmen der Fakuma präsentiert

Dort zeigt es außerdem intelligente und Industrie-4.0-fähige Somos-Komponenten zum effizienten Fördern, Trocknen, Dosieren und Mischen und stellt seine LFT-Pultrusionsanlagen zur Fertigung langfaserverstärkter Thermoplaste vor.

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