Stahlbau

Rationalisierungseffekte trotz Einzelteilbeschichtung

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Aufgeraute Oberfläche sorgt für gute Lackhaftung

Im Beschichtungszentrum umfasst der Strahlbereich eine Durchlaufstrahlanlage (Hersteller Agtos) und einen Freistrahlraum (SLF). Der Hauptstrom soll die Rollenbahnanlage durchlaufen. Sie ist für bis zu 2,6 m breite und 1,4 m hohe Teile ausgelegt. Die Teile werden direkt auf der Rollenbahn oder in Körben als Transporthilfe durch die Anlage transportiert. Der Rest kommt in den Freistrahlraum zum manuellen Druckluftstrahlen. Das Ergebnis ist jeweils eine stark aufgeraute Oberfläche. Sie sorgt für die nötige Haftung der Lackierung, die als Korrosionsschutz im chemischen Anlagenbau mindestens dreischichtig auf Stahlkonstruktion aufgebracht wird.

Dazu ließ der Stahlbauer im Beschichtungszentrum eine Durchlauflackieranlage (Afotek) mit Power-&-Free-Förderer und eine Freiflächenlackierung (SLF) installieren. Beschichtet wird von Hand mit Airless-Pistolen – genauso wie zuvor. Andere Applikationstechniken wie das Airmix-Verfahren werden derzeit getestet.

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Lackiereinrichtungen führen zu Rationalisierungseffekten

Die Lackiereinrichtungen führen zu Rationalisierungseffekten. Die Lackierschritte laufen wie bei getakteten Anlagen ab. Unterschiedlich ist der Taktgeber. In automatischen Lackieranlagen ist es eine SPS, bei Schone + Bruns bestimmen die Lackierer den Zeitpunkt für den Chargenwechsel, der bei der Lackieranlage per Knopfdruck in der Spritzkabine erfolgt. Beim Lackieren auf der Freifläche sorgt ein verfahrbarer Teleskoptrockner dafür, dass sich die Trocknungsdauer besser planen lässt.

Vor der Installation fand die Lackierung aller Teile auf einer freien Fläche in der Fertigungshalle statt. Dort wurden im Wechsel die Teile beschichtet und getrocknet. „Die Lackierer mussten sich in ihrer Arbeit nach den Trocknungszeiten der Teile richten“, berichtet Karl-Werner Zimmermann, der als Projektleiter bei Bruns + Schone für die Prozessabläufe zuständig ist.

Termintreue ist wichtiges Kriterium bei der Auftragsvergabe

Aufgrund der Verzögerungen hat man die Lackiertechnik aus dem Materialfluss herausgenommen. Es wurden Strahl- und Lackierarbeiten „nach draußen“ gegeben. Dadurch stieg der Kontroll- und Logistikaufwand. Die Termineinhaltung wurde schwieriger. Gerade die Termintreue ist bei den Kunden von Schone + Bruns ein wichtiges Kriterium für die Auftragsvergabe. Sie gehöre „zu den Top drei“ der Anforderungen, die Chemiewerke an Stahlkonstruktionen stellten, sagt Bruns – neben der Funktionssicherheit und dem Korrosionsschutz.

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