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Raus aus dem Messraum, rein in die Fertigung

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Der Weg vom Messraum in die Produktion hat Folgen

Der Weg der Messtechnik vom Messraum in die Produktion hat mehrere Auswirkungen. Zum einen sind optische Mess- und Prüfverfahren gebenüber den taktilen Verfahren auf dem Vormarsch, zum anderen werden Messgeräte nicht mehr nur von Messtechnikern genutzt, zunehmend bedienen auch die Fertigungsmitarbeiter die Messgeräte. „Das wiederum führt dazu, dass die Messsoftware skalierbarer wird. Das heißt, sie bietet dem Experten alle Applikationen, die er für die Erstellung der Messprogramme benötigt. Und gleichzeitig kann der Fertigungsmitarbeiter die automatische Messung auf Knopfdruck mittels einer übersichtlichen Oberfläche mit weit weniger Funktionalitäten starten“, erläutert Dr. Kai-Udo Modrich, Geschäftsführer der Carl Zeiss Automated Inspection GmbH & Co. KG.

Die Mess- und Prüftechnik werde zukünftig noch einfacher zu bedienen sein, ist sich der Zeiss-Manager sicher. Zudem werde sie leistungsfähiger werden, beispielsweise, weil optische Techniken noch mehr Informationen in kürzerer Zeit erfassen. Die Mess- und Prüftechnik werde dann an Effizienz gewinnen, wenn Unternehmen die richtige Technik in der richtigen Dosis für den richtigen Zweck einsetzen: Hochgenaue Offline-Messtechniken im Messraum, prozessintegrierte Inline- sowie prozessbegleitende At-Line-Techniken in der Produktionsumgebung werden sich die Messaufgaben auf sinnvolle Weise teilen.

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Aber auch die Verarbeitung der Messdaten werde in Zukunft intelligenter werden. Modrich weiter: „Dezentrale intelligente Systeme werden die Daten noch im Sensor vorverarbeiten, sodass die Datenmenge vor dem Weitertransport auf das Wesentliche reduziert wird. Auf Basis der Auswertung dieser Daten werden in Zukunft mehr Entscheidungen automatisch getroffen werden.“ Schon heute führten Autobauer und Zulieferer Prozess- und Qualitätsinformationen beispielsweise auf der zentralen Softwareplattform Zeiss Pi-Web. Noch entscheide der Mitarbeiter auf Basis der Auswertungen zum Beispiel, wie er den Schweißroboter justiert, um auf Abweichungen bei den Messwerten zu reagieren. In Zukunft werde die Plattform solche Anpassungen selbstständig initiieren. Entwickeln sich die Messdaten in eine bestimmte Richtung, erhält beispielsweise der Roboter vom System die Anweisung, die Schweißtemperatur zu erhöhen oder den Winkel anzupassen.

Der Trend vom Messraum in die Produktion bedeutet aber nicht, dass der Messraum bedeutungslos wird. „Viele Messaufgaben lassen sich heute schneller und einfacher direkt in der Fertigungszelle erledigen. Die Technik ist reif dafür und innovative Software-Interfaces eröffnen einer breiten Anwenderschaft den schnellen Einstieg in die Qualitätssicherung“, erläutert Keller. Der Messraum werde dadurch entlastet, könne aber nicht aufgegeben werden, so der Experte weiter. „Für die Messtechnik-Anbieter bedeutet das, dass sie alle drei Messtechnologien anbieten und weiterentwickeln müssen: in der Linie, an der Linie und im Messraum. Und sie müssen ihre Kunden in der Automobilindustrie entsprechend beraten, wie sie diese drei Ansätze effizient kombinieren“, so Modrich.

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