Suchen

Purcell

Recycelfähiges Composite aus reiner Cellulose

| Redakteur: Peter Königsreuther

Glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK) werden zu beträchtlichen Mengen in vielen Konstruktionen und Bauteilen verwendet. Hunderttausende Tonnen von GFK-Abfällen fallen jährlich an und werden kaum wirtschaftlich recycelt. Mit Purcell-Composite kann sich das in Zukunft ändern, wie Forscher am ITCF Denkendorf berichten.

Firmen zum Thema

Purcell-Verbundplatte (Querschnitt), aufgebaut aus vier Gewebelagen.
Purcell-Verbundplatte (Querschnitt), aufgebaut aus vier Gewebelagen.
(Bild: ITCF)

Jährlich fallen etwa 250.000 t GFK end-of-life-Abfälle an und dennoch wurde bisher keine brauchbare Lösung gefunden, die ein echtes Recycling von GFK ermöglicht, wie es heißt. Das einzige technisch umsetzbare Konzept ist momentan die thermische Verwertung und die Nutzung des bei der Pyrolyse verbleibenden Glasfaserabfalles als Zementadditiv. Von dem Recycling im eigentlichen Sinne habe diese Maßnahme definitiv nichts zu tun. Die Dringlichkeit des Recyclingproblems wird laut ITCF durch die gesetzlichen Vorgaben forciert, welche die Hersteller zur Rücknahme Ihrer Produkte verpflichten.

Substitution herkömmlicher GFK-Typen

Das neue Forschungsprojekt am ITCF Denkendorf zielt nun darauf ab, diese herkömmlichen Werkstoffe zu substituieren. Als Ersatz dient ein neuer, sortenreiner und rezyklierfähiger Verbundwerkstoff aus reiner Cellulose, wie es heißt. Dadurch soll die stabile und bezahlbare Rohstoffversorgung für die GFK verarbeitende Industrie gesichert werden. Das Biopolymer Cellulose wird dabei sowohl als hochfeste Verstärkungsfaser genutzt als auch als Matrixkomponente eingesetzt, erklären die Forscher. Auf diese Weise soll ein chemisch sortenreiner Verbundwerkstoff aus Cellulose („Purcell“) erzeugt werden, welcher mittels bestehender Technologien komplett rezyklieren lasse.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 43969139)