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Heutzutage ist es nicht mehr damit getan, möglichst kräftig zu spannen und möglichst großvolumig zu zerspanen, weiß Dr. Michael Fried, Geschäftsführer der Röhm GmbH in Sontheim an der Brenz: „Gefragt sind angepasste Spannlösungen, die, den immer mehr massearmen Werkstücken geschuldet, zum einen ein relativ ‚gefühlvolles’ Spannen und zum anderen die Maschinenfähigkeiten voll auszunutzen erlauben.“
Spannmittel müssen zur Maschine passen
Er nennt ein Beispiel: Herkömmliche Backenausgleichsspannfutter ermöglichen Rundläufe an zwischen Spitzen gespannten Wellen von etwa 0,01 mm und kleiner. Die Sonderlösung von Röhm mit rollen- und kugelgeführten Hebeln, Kolben und Spannplatten, hermetisch abgedichtet und dauergeschmiert erreicht in gleicher Situation prozesssichere Rundlaufwerte von 0,005 mm und besser. Röhm könnte noch jede Menge an Lösungen nennen, die, so Fried, allesamt eines zeigen: „Spanende Maschinen können das in ihnen steckende Potenzial nur dann erfolgreich nutzen, wenn Spannen und Spanen ‚stimmig’ zueinander sind.“
Ein weiterer Trend, der die Entwicklung von Spannsystemen beeinflusst, sind energieeffizientere Werkzeugmaschinen. „Spannmittel können sich den daraus abgeleiteten Forderungen nicht verwehren“, ist Hans-Michael Weller, Geschäftsführer der Hainbuch GmbH in Marbach, überzeugt.
Auch Spannmittel können zu mehr Energieeffizienz beitragen
Die neuen Leichtbaufutter erfüllen aufgrund ihrer geringen Masse beziehungsweise ihres geringen Massenträgheitsmoments die Forderung nach Energieeinsparung ebenso wie die neuen Elektrospanner, die den Wegfall energiefressender Nebenaggregate ermöglichen und dadurch nicht nur während der Bearbeitung den Energieverbrauch der Maschinen senken, sondern auch den Stand-by-Verbrauch.
„Die künftigen Aufgaben sind rein mechanisch nicht mehr optimal zu lösen. Die Bedeutung der Mechatronik wird deshalb bei Spannmitteln in den nächsten Jahren stark zunehmen und irgendwann einmal selbstverständlich sein“, ist Weller überzeugt.
Elektrisch betriebene Spannmittel im Kommen
„Mit großem Aufwand, so hat man wenigstens den Eindruck, strebt derzeit alles nach elektrisch betriebenen Spannzylindern und anderen Einheiten dieser Energieart“, stellt Fried fest. Was Serienmaschinen und Serienfutter anbelangt, wird dies seiner Auffassung nach auch Eingang in die Praxis finden.
Röhm selbst hat seit etwa zehn Monaten einen Elektrohohlspannzylinder auf einer Produktionsmaschine im „Feldeinsatz“. Eine überarbeitete und im Feldversuch erprobte Version soll spätestens auf der AMB 2010 präsentiert werden.
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