Spannmittel

Reine Mechanik allein genügt bei Spannmitteln künftig nicht mehr

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„Den Anfragen nach zu schließen, besteht großes Interesse“, sagt Fried, „wie die Umsetzung auf breiter Front erfolgt, bleibt abzuwarten.“ Die Hydraulik, insbesondere bei multifunktionalen Spannfuttern, wird seines Erachtens auf absehbare Zeit aufgrund ihrer Funktionsdichte nach wie vor erforderlich sein.

Mechatronik bei mehreren Spannmittel-Komponenten

Die „Verschmelzung“ von Mechanik und Elektrik/Elektronik zeichnet sich auch bei anderen Komponenten ab, prognostiziert Fried: „Auf dem Gebiet der Werkzeugspannung sind gegenwärtig elektrische Spann- und Löseeinheiten in Verbindung mit unserem extrem kurz bauenden, federlosen Super-Lock-HSK-Werkzeugspanner im Entstehen.“

Eine weitere Variante mechatronischen Zusammenwirkens stellt das Unternehmen unter dem Begriff „Clamp by wire“ vor. Fried erläutert: „Dabei wird das Super-Lock-HSK-Spannsystem per Linearmotor aktiviert, wobei man damit geringste Abweichungen im Mikrometer-Bereich an der HSK-Schnittstelle, sei es durch Verschmutzungen, Abnutzungen oder sonstige externe Einflüsse, feststellen kann.“ Gerade bei der Bearbeitung von teueren, hochkomplexen Werkstücken werde diese Fehlererkennung von Bedeutung sein.

Noch keine Spannkraftmessung an der Schnittstelle Werkstück-Spannbacken während der Bearbeitung

Eine Herausforderung sieht er darin, dass es bisher noch nichts Brauchbares gibt, mit dem eine direkte Spannkraftmessung an der Schnittstelle Werkstück-Spannbacken während der rotierenden Bearbeitung durchgeführt werden kann. „Aber auch da ist Röhm aktiv“, so Fried, „um in absehbarer Zeit eine praxisgerechte und ‚bezahlbare’ Lösung vorweisen zu können.“

Mit einer FEM-basierten virtuellen Bearbeitung von Drehteilen, die der Lauffener Spann- und Greiftechnikspezialist Schunk seit kurzem auch seinen Kunden zur Nutzung offeriert, ist das bereits möglich. Wo diese Simulation der Spannlösung ihre Stärken ausspielen kann, erklärt Markus Michelberger, Vertriebsleitung Spanntechnik der H.-D. Schunk GmbH & Co. KG in Mengen: „Die Simulation gewinnt mit der Komplexität der Werkstücke an Bedeutung, sie wird immer dann wichtig, wenn Erfahrung und Einschätzungsvermögen nicht mehr greifen. Speziell beim Drehen sprechen wir hier von asymmetrischen, unwuchtigen Werkstücken, deren Verhalten unter Drehzahl und Span nicht vorherzusehen ist.“

Dünnwandige Werkstücke, die aus Gewichts- und Kostengründen immer mehr an Bedeutung gewinnen, finden dabei eine besondere Beachtung. Der Einfluss und vor allem die Auswirkung der Drehfutterspannkraft kann bei einer FEM-Analyse genau betrachtet werden und so kann bereits im Vorfeld das theoretische Spannergebnis betrachtet werden. Mit Blick auf Kunden erläutert Michelberger: „Wir zeigen mit der FEM-Analyse, dass unsere Spannmittel in der Lage sind, die geforderten Toleranzen und Genauigkeiten zu erreichen.“

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