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Instandhaltung

Retrofit: Alte Maschinen rüsten für Industrie 4.0

| Autor/ Redakteur: Björn Schuster / Sebastian Human

Viele Betriebe machen Ihre Fertigung nicht nur mit neuen Maschinen, sondern auch durch die Modernisierung alter Anlagen, das sogenannte Retrofit, bereit für Industrie 4.0. Das hat mehrere Vorteile.

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Durch Retrofits können mit vergleichsweise geringem Aufwand viele Vorteile digitaler Technik genutzt werden.
Durch Retrofits können mit vergleichsweise geringem Aufwand viele Vorteile digitaler Technik genutzt werden.
(Bild: Photo by Isis França on Unsplash / CC0)

Der Begriff Retrofit leitet sich vom lateinischen Wort „retro“ (=rückwärts) und dem englischen „to fit“ (=anpassen) ab. Damit ist die Aufrüstung beziehungsweise Modernisierung einer alten Anlage gemeint. Dabei werden vorhandene Komponenten einer Bestandsmaschine durch moderne Bauteile ersetzt oder neue Komponenten hinzugefügt, um aktuellen technischen und rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden. Denn während die Mechanik einer Maschine auch nach vielen Jahren kaum veraltet, entwickeln sich die Technologien in den Bereichen Steuerungs-, Antriebs- und Automatisierungstechnik umso schneller weiter.

Retrofit oder Neuanschaffung einer Maschine?

Im Vergleich zur Neuanschaffung bietet ein Retrofit zahlreiche Vorteile. Das Hauptargument sind die geringeren Investitionskosten. Diese entsprechen in der Regel nur einem Bruchteil der Anschaffungskosten für eine neue Maschine. So können durch die Implementierung entsprechender Bauteile mit einem niedrigen Kapitaleinsatz trotzdem die gewünschten Effekte erzielt werden:

  • Verlängerung der Nutzungsdauer der Maschine
  • Verringerung von Ausfallzeiten
  • Geringere Produktionskosten durch Verbesserung von Energieeffizienz, Produktivität und Produktqualität
  • Erfüllung gesetzlicher Vorgaben (zum Beispiel Emissions- und Sicherheitsbestimmungen)
  • Erfassung von Prozess- und Maschinendaten für Industrie 4.0

Von Vorteil ist außerdem, dass für die Durchführung eines Retrofits im Vergleich zur Neuanschaffung keine langwierigen Genehmigungsverfahren nötig sind. Zusätzlich sind für einen Retrofit keine kostenintensiven Um- oder Neubauten der Fertigungshallen erforderlich. Außerdem ist der Schulungsaufwand nach einem Retrofit im Vergleich zur Neuanschaffung viel geringer, da die Grundfunktionalität der Maschine erhalten bleibt.

Wie hilft ein Retrofit bei der Digitalisierung und Umsetzung von Industrie 4.0?

Die Grundlage für Digitalisierung und Industrie 4.0 bilden Daten und die Vernetzung von Maschinen und Anlagen über das Internet of Things. Dafür ist es nicht immer nötig, in neue Maschinen zu investieren. Um einiges kostengünstiger ist es, bereits vorhandene Maschinen mit Retrofit digital aufzurüsten. Dafür werden Bestandsanlagen mit moderner Sensorik und Kommunikationstechnik ausgestattet. Dies ermöglicht die Erfassung und Analyse von Produktionsdaten sowie die Vernetzung und Kommunikation zwischen den Anlagen, welche die Basis für eine Fertigung im Sinne von Industrie 4.0 bilden.

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Über den Autor

Björn Schuster

Björn Schuster

Business Development, N+P Informationssysteme GmbH