Wachstum ohne Ende? Rheinmetall schwimmt auf der Rüstungswelle ganz oben – aber ...

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall wird derzeit mit Bewerbungen geradezu überschüttet, heißt es. Doch ewig wird wohl nicht aufs Gas getreten ...

Bei Rheinmetall klingelt die Kasse, Bewerber rennen dem Düsseldorfer Rüstungskonzern zu Tausenden die Türen ein. Aber was, wenn der Boom in Sachen Verteidungsanstrengungen mal abebbt? Armin Papperger hat da eine Idee ...(Bild:  Rheinmetall)
Bei Rheinmetall klingelt die Kasse, Bewerber rennen dem Düsseldorfer Rüstungskonzern zu Tausenden die Türen ein. Aber was, wenn der Boom in Sachen Verteidungsanstrengungen mal abebbt? Armin Papperger hat da eine Idee ...
(Bild: Rheinmetall)

Im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten, in denen der Rüstungskonzern Rheinmetall mit einem schwierigen Image zu kämpfen hatte, sind allein im vergangenen Jahr weltweit 350.000 Bewerbungen eingegangen, wovon rund 250.000 Deutschland betreffen, so Armin Papperger, der Rheinmetall-Chef, bei einer Veranstaltung des Clubs Hamburger Wirtschaftsjournalisten. Es klingelten sogar Leute bei ihm zu Hause und fragten, ob sie bei Rheinmetall arbeiten könnten. Derzeit hat der Konzern etwa 44.000 Beschäftigte. Das ist kein Wunder, denn Rheinmetall ist um rund 30 bis 50 Prozent pro Jahr gewachsen, seit die Welt sich in einer eher vagen Sicherheitslage befindet. Und in diesem Jahr sollen es etwa 40 Prozent werden. Den erwarteten Umsatz beziffert Papperger derzeit auf 14 bis 15 Milliarden Euro. Etwa 65 Prozent der Rüstungsgüter würden exportiert – vor allem in andere Nato-Staaten.

Deutschland hat mehr konventionelle Munition als die USA

Das Unternehmen habe in etwa 11.500 deutsche Zulieferer. Rund 4.500 davon stammten aus der Automobilindustrie. Wenn Rheinmetall bis 2030 auf bis zu 70.000 Beschäftigte angewachsen sein sollte und etwa 210.000 weitere Personen der Lieferkette zurechnen könne, dann entspräche das einem Drittel der gesamten Autoindustrie. Und erst zwischen 2035 und 2040 rechnet Papperger mit einem Abflauen der bisher stark steigenden Umsätze und Aufträge. Sofern es keine militärische Auseinandersetzung in Deutschland gibt, wird dann der Zenit überschritten, prognostiziert Papperger, der auch Präsident des Bundesverbands der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie

(BDSV) ist. Und in puncto Militärlastwagen habe Rheinmetall die Produktionskapazitäten inzwischen von 600 auf 4.500 im Jahr erhöht. Bei der mittelkalibrigen Munition ging es von etwa 800.000 auf über vier Millionen Schuss hinauf. Und bei der Artillerie von 70.000 auf 1,1 Millionen Granaten. Bei konventioneller Munition verfüge Deutschland inzwischen über mehr Produktionskapazitäten als die USA, wie Papperger anmerkt.

Das sollte passieren, wenn der Rüstungsboom abflaut ...

Seien die Rüstungsvorhaben aber mal abgearbeitet und funktioniere die Abschreckung wie geplant, werde es auch zu Überkapazitäten kommen. Dann sind seiner Meinung nach aber die Regierungen gefragt, denn Rheinmetall hat ja keine anderen Kunden, gibt er zu bedenken. Bereits jetzt gebe es Gespräche mit Ministerien, was es bedeute, eine Kriegsreserve für die Jahre aufzubauen, in denen man das alles nicht mehr so brauchen werde. Aus Pappergers Sicht sollte es dann eine sogenannte Vorhalte-Charter wie in den 1950er- und 1960er-Jahren beim Aufbau der Bundeswehr geben. Das heißt, dass der Staat beteiligt sich an den Fixkosten beteiligen sollte.

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