Robotik Roboter mit Sensorhaut arbeitet als Produktionsassistent

Redakteur: Rüdiger Kroh

Das mobile Industrierobotersystem Apas ist für den kollaborativen Betrieb zertifiziert. Eine Sensorhaut um den Roboter stoppt das System berührungslos, wenn der Mensch zu nahe kommt. Der automatische Produktionsassistent kann damit ohne Abschirmungen mit Menschen zusammenarbeiten.

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Bild 1: Flexible Automatisierungslösung: der Produktionsassistent (li.) und das optische Prüfsystem „Apas inspector”.
Bild 1: Flexible Automatisierungslösung: der Produktionsassistent (li.) und das optische Prüfsystem „Apas inspector”.
(Bild: Bosch)

Mit den Robotersystemen der Apas-Familie – bestehend aus dem „Apas assistant“, dem „Apas inspector“ und „Apas base“ – will Bosch zeigen, mit welchen Technologien die zukünftige vernetzte Industrie arbeiten wird. In intelligenten, vernetzten und flexiblen Fabriken, den Smart Factories, sollen Menschen, Maschinen und Produkte miteinander Informationen austauschen und zusammenarbeiten. Dafür seien die sofort einsatzbereiten Apas-Automatisierungslösungen besonders geeignet. Sie können laut Unternehmen Menschen von gefährlichen, anstrengenden, eintönigen und schmutzigen Arbeiten zugunsten höherwertiger Tätigkeiten befreien, sind aber – anders als herkömmliche Industrierobotersysteme – mobil, flexibel und ohne Abschirmung einsetzbar.

Mit Sensoren versehene Ummantelung verhindert Kollisionen

Das Kernstück der Apas-Familie ist der automatische Produktionsassistent, der eine mit Sensoren versehene Ummantelung hat, die Kollisionen verhindert. Damit sei er für eine Vielzahl von Anwendungen geeignet, in denen er ohne Abschirmungen mit Menschen zusammenarbeiten soll. Der „Apas assistant“ wurde deshalb als erstes Robotersystem für Industrieanwendungen für den kollaborierenden Betrieb von der Berufsgenossenschaft zertifiziert, betont Bosch.

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Mensch und Roboterassistent teilen sich den Arbeitsraum

Der Fertigungsmitarbeiter stellt dem Roboter beispielsweise leere Paletten auf den Tisch, das Assistenzsystem rückt sie sich zurecht und bestückt sie mit Teilen, während der Mitarbeiter zum Beispiel Prozesse an anderen Maschinen optimiert. Der Assistent erkennt durch seine Sensorhaut, wann ihm sein menschlicher Kollege zu nahe kommt. Bevor er ihn berührt, stoppt er. Er setzt seine Arbeit fort, wenn der Mensch den unmittelbaren Aktionsbereich des Systems verlassen hat.

Der „Apas assistant“ hat Rollen sowie eine leicht zu bedienende Arretierung. Dadurch ist er schnell und einfach an verschiedenen Orten in einer Produktion einsetzbar. Der sensitive Dreifingergreifer kann eine Vielzahl komplex geformter Teile sanft oder fest greifen. Integrierte Kameras helfen ihm dabei, die Umgebung selbstständig zu erfassen und Teile eigenständig zu erkennen und genau zu handhaben.

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